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HANDSCHRIFTLICHE
S T U D
HEFT II
VON
ADOLF MUSSAFIA
A. Ö. PROFESSOR DER ROMANISCHEN PHILOLOGIE AN DER WIENER
UNIVERSITÄT
WIEN
AUS DER K. K. HOF- UND STAATSDRUCKEREI
IN COMMISSION BEI KARL GEROLD S SOHN, BUCHHÄNDLER DER KAIS. AKADEMIE
DER WISSENSCHAFTEN
1863
TEN
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(Ana dem Aprilhefte dea Jahrganges 1863 der Sitiongaberiehte der phil.-hiat. Classe der Irala.
Akademie der Wissenschaften [XLU. Bd., S. 2?6J besondere abgedijokt.)
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II. In dem altfraniesischcii Handschriften der MarcusbiblUtbek
ln Venedig.
Die Marcusbibliothek in Venedig bewahrt eine kleine Anzahl
raa altfnmzösischen Handschriften, die schon zu wiederholten Malen
die Aufmerksamkeit der Gelehrten auf sich zogen. Paul Lacroix *)»
Immanuel Bekker*), Adalbert Keller 8 ), Franz Genin 4 ), Franz Gues-
sard*), Leon Gautier 8 ), Paul Meyer 7 ) und Karl Bartsch 8 ) lieferten
Proben und Auszuge aus einzelnen oder mehreren derselben. Eine
so eifrige Beschäftigung erscheint durch das Interesse berechtigt,
welche diese Handschriften in zweifacher Hinsicht erregen. Zuerst
*) Dissertations sur quelques points curieux de P hiatoire de France et de V bistoire
litteraire. Paris, 1838 — 1847. 7 (1839), 147 ff. Daraus wieder abgedruckt in Cham-
pollion-Figenc, Documenta bistoriques inddits etc. Paris, 1842—1848. Bd. 3 (1847),
S. 345 ff.
*) Philologische und historische Abhandlungen der königlichen Akademie der Wissen-
schäften in Berlin aus dem Jahre 1839. Berlin 1841, S. 213 — 293. Es ist auch ein
Separatabdruck erschienen, den ich jedoch nicht erreichen konnte.
8 ) Romrart. Beiträge zur Kunde mittelalterlicher Dichtung aus italienischen Bibliothe-
ken. Mannheim and Paris, 1844, 1 — 97.
4 ) Id seiner Ausgabe der Chanson de Roland. Paris, 1850.
8 ) ln *ler bibliotheque de l’ecole des chartes IV, 3, 393 — 414.
•) ln der bibl. de l’dc. des chart. IV, 4, 217—270.
7 ) ln seiner Ausgabe des Gui de Nantuil. Paris, 1861.
•) In Pfeifler’s Germania. 6, 28 ff.
1 *
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4
[ 277 ]
von Seite der Sprache. Die meisten unter denselben rühren nämlich
von italienischen Abschreibern und Überarbeitern her, welche sei
es unbewusst oder mit Absicht die Sprache ihrer Vorlage der
eigenen — norditalienisehen, speciell venetianischen — Mundart
anpassten. Können nun auch solche Texte keineswegs als Denkmäler
einer Sprache gelten, die je geredet wurde, so liefern sie dennoch
willkommene Beiträge zur Kunde der bisher nur ungenügend be-
kannten älteren italienischen Mundarten. Was dann den Inhalt betrifft,
so enthalten diese Handschriften nicht nur ein trotz der grössten
Verwilderung häufig treffliches Hilfsmittel zur Herstellung der älteren
Redaction der Chanson de Roland , sondern auch den Text zweier
Dichtungen, welche bisher sonst nirgends nachgewiesen wurden:
la prise de Pampelune und Macaire (die Königinn Sibille).
Als ich im vorigen Herbste diese Handschriften selbst besieh*
tigte, gewann ich die Überzeugung, dass eine Revision der oben an-
gedeuteten in vielen Werken zerstreuten Mittheilungen von nicht
geringem Nutzen sein würde. Ich machte zugleich einen Versuch,
und das Ergebniss meiner kleinen Arbeit, die sich freilich wegen
Kürze der Zeit auf nur wenige Handschriften beschränken musste,
erlaube ich mir in folgenden Seiten vorzulegen. Dass dadurch dem
Verdienste ausgezeichneter Mäuner nicht der geringste Abbruch
geschehen soll, brauche ich kaum zu erklären; ich glaube vielmehr,
dass man die Achtung und die Dankbarkeit gegen seine Vorgänger
und Meister auf keine würdigere Weise bezeugen kann, als dadurch,
dass man den Nutzen, welchen ihre Leistungen gewähren, durch
kleine Nachträge zu erhöhen sucht. Desshalb verbleibe ich auch
nicht bei den Auszügen von Lacroix, weil sie von deu später erschie-
nenen Arbeiten bei weitem übertroffen worden sind, und diesem
unermüdlichen Sammler, der zuerst über unsere Handschriften um-
ständlich berichtete, jetzt noch einmal seine Flüchtigkeit und Unge-
nauigkeit vorzuhalten, hielt ich für eben so unnöthig als unschicklich.
Ich bespreche die von mir verglichenen Handschriften nach der
Folge der Zahlen, welche sie tragen, und in welcher sie auch der
Katalog von Zanetti und Bongiovanni verzeichnet
\ 1 1 1 i .* «linier be-vahrt die Mar cusbibliothek eine andere kleine Sammlung französi-
scher Handschriften, die ein Supplement bilden, und in einem geschriebenen Kata-
loge verzeichnet sind. Sie sind meistens jünger und historischen Inhaltes: darunter
ljudet sieb aber auch die bekannte Sammlung proven^aliscber Gedichte.
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5
[21S]
In meinen Bemerkungen stelle ich mich auf den Standpunct der
Herausgeber. So bestand z. B. Keller's Vorsatz hauptsächlich darin,
eine genaue Kenntniss derüandschriften zu verschaffen; daher diplo*
matiscber Abdruck, ohne Interpunction, ohne diacritische Zeichen.
Nur bei Abtheilung der Wörter folgte er dem modernen Gebrauche
(vgl. Romv. S. 705 — 706) mit der einzigen Ausnahme, dass, da
kein Apostroph gebraucht wird, Proclitica mit elidirtem Vocale von
dem folgenden Worte nicht getrennt erscheinen. Also ma euer ;
wenn auch in der Hs. mamer; engin , wenn auch in der Hs. en gin;
aber nur menuoia , lauoit . Bekker gebrauchte geringere Strenge;
er unterschied zwar nicht u und r, t undj, führte aber Interpunc-
tion, Accente, Apostroph ein, und brachte hie und da treffliche
Emendationen an, bei welchen man nur das Bedauern fühlt, dass er sie
nicht consequent durchgefuhrt und sie nicht durch Angabe der Lese-
art der Hs. kenntlich gemacht hat. Bei den Abdrücken Keller’s ver-
fahre ich daher mit jener Aufmerksamkeit, mit welcher man ein Fac-
simile beobachtet; bei Bekker verweile ich auf Kleinigkeiten nur
dann, wenn zwei divergirende Abdrücke einer und derselben Stelle
vorliegen, oder wenn es für lautliche Verhältnisse erspriesslich schien.
IV.
a) AGOLANT oder ASPREMONT. Kommt auch in VI vor. Bekker
druckte die sieben ersten Blätter der Handschrift, im Ganzen unge-
Es wird nicht überflüssig sein, hier eine Bemerkung über die Bezeichnung die-
ser Handschriften beizufugen. Die einzig richtige ist „Franc.* oder „Gail.* mit der
betreffenden Zahl nach dem gedruckten Kataloge, oder „Supplem. Franc.* mit der
betreffenden Zahl nach dem geschriebenen Kataloge. Neben, hie und da auch statt
derselben, findet man, besonders in letzterer Zeit, auch das Zeichen für den Auf-
stellungsort (die Signatur) angegeben. Bei Heyse z. B. wird die Sammlung proven-
galischer Gedichte mit XI (CIV, 7) bezeichnet; richtiger ist „Suppt, franc. XI*, denn
wer blos „Franc. XI“ verlangte, würde den prosaischen Lancelot erhallen. Von
Guillaume de Cerveira heisst es „Cod. No. C1V, 6.“ Eine solche Bezeichnung hilft
nichts; denn abgesehen von einer alifalligen Umstellung, so finden sich in CIV, 6
(d. h. im sechsten Fache des CIV. Kastens) viele Handschriften , so dass ohne nähere
Angabe nichts erhalteu werden kann. Mao verlauge „Franc. I.* — Guessard spricht
von einem „ms. cote XIII. zz. 3.* Richtig „Franc. XIII*; das Übrige gehört blos zum
inneren Dienste der Bibliothek und sagt, dass sich die betreffende Handschrift im
3. Fache des 22. (nicht zz.) Kastens findet. — Die Handschrift Franc. IV nennt Genin
„cod. Tiepolo No. 4.“ Es scheint ein kleines Versehen stattgefunden zu haben. Die
Signatur ist immer mit Arm(arium) und Th(eca) bezeichnet; letztere Abkürzung mag
nun Geuin als den Namen des edlen Geschlechtes Th(eupolus) Tiepolo angeseheu
haben.
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[ 279 ]
führ 1400 Verse und die Schlusstirade ab; bei Keller finden sich
die ersten 166 Verse* welche er hie und da durch Zuziehung von
Nr. VI ergänzte, und bis BL 9 der Hs. die Capitelüberschriften.
Bk. S. 282, Z. 11 Karle. KH i) Karlo.
283, 1 Rots üliem eliroys (KH rois) ftejdant.
Die Hs. hat, wie bei Keller zu lesen, Boydant. Allerdings bietet
Nr. 6 hier ganz deutlich Roydant , an einer andern Stelle aber
(Bk. 263 , 40) Boid. , und zwar mit kleinem b . Eine Emendation
sollte demnach hier blos Nr. VI treffen. Boidans kommt auch sonst
vor; z. B. Gui de Bourgogne v. 413.
8 Heumunt. KH Heumont.
6 un bliat tout blaue. KH blant. Es ist nämlich eine Eigen-
tümlichkeit sowohl der venetianischen als Oberhaupt aller spä-
teren Handschriften, dass ebenso wie sie dem Reim zu liebe der
Grammatik und dem Lexikon die grösste Gewalt anthun, sie auch auf
Kosten der Orthographie für vollkommene Gleichheit der Versaus-
gänge in der Schrift sorgen.
13 Bauiere. KH Baiuer , und in dieser Form erscheint das
Wort beständig in dieser und anderen Handschriften.
23 plus uait por terre cb’ aoxel en uolant. K chaoxel. Da
diese Handschrift ao für au (eine Eigentümlichkeit von Nr. V) nicht
aufzuweisen vermag, und dagegen an mehreren Stellen die Form
oxel und fast beständig nach Comparativen die Form cha (= quam ,
altit. ca 9 ka') bietet, so würde ich die Trennung zu cha oxel vor-
ziehen. ,
In der Überschrift vor Zeile 36 „comant parloit Agulant u fehlen
die zwei Worte „ad Heumont* t die bei Kl. (nach der Hs.) zu lesen sind.
40 Ne <T antrol guerre. KH aulru. Eben so veränderte Bk. in
dem entsprechenden Verse von VI das handschriftl. autru in autrui 9
während er doch anderswo (z. B. 284, 21* und I8 b ) die Form mit
u stehen Hess. Vgl. die hier beinahe ausschliesslichen Formen
cestu 9 lu.
Entedeg bei Kl. 5, 3 ist kein Druckfehler, sondern eine getreue
Wiedergabe der Hs., wo das »-Zeichen fehlt. Bk. hat natürlich
entendeg.
i) Mit K bezeichne ich Kcller's Abdruck, mit H die Handschrift.
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7
284, 23 quant ces nos saureg . KH uos.
35 ne sauds pax ne li miler ne li gant. So die Hs. Kel. hat
ne li miler li gant , was natürlich nur als eia kleines Versehen, nicht
als eine Emendation, anzusehen ist. Wollte man emendiren, so fiele
das erste ne weg; vgl. in Nr. VI: chi non saueg li müers ni li gant
255, 2 Dass statt drige drice gedruckt wurde, kann gleich-
giltig erscheinen; sages aber in sages zu verändern, ist etwas will-
kürlich. Es ist nicht unwichtig zu bemerken, wie viele (allerdings
verwandte) Laute dieses in älteren italienischen Schriften so häufig
vorkommende Zeicheu g darzustellen hatte.
7 Ute ta legion . KH tota .
22 Si asemblds la ient de toa contrd. So die Hs. Um so
schwieriger zu begreifen ist es, dass Kel. Si asembles les la ient 9
das sowohl gegen den Sinn als gegen das Metrum stösst, bietet, und
zwar mit der ausdrücklichen Bemerkung, das Wort les finde sich
nicht in der andern Handschrift (Nr. VI).
29 Heumon. KH Heumont , wie gewöhnlich.
36 Meruilous . KH meruilos.
256, 5 runcin und 9 roncin ist emendirt. Die Hs., uod dar-
nach Kel., haben bJos rund ronci, obwohl in allen anderen Versen
dieser Tirade in ausgeschrieben steht. Im Verse 9 glaube ich, dass
ioit zu i (= y) oit hätte getrennt werden sollen. Eben so V. 6 ne
seie cantar oit messe zöge ich vor se ie cant. zu schreiben; venet. se
ghe cantarä ; ital. se gli oder gli si canterä.
16 en auth parole: par molt fu orgulos. KH har.
19 Calabre . KH Calabrie. — li regne. So auch K; H regno.
24 ne uoit durer ne castel ne tero. KH tors . Sollte nicht uoit
zu uoit getrennt werden „euch soll keine Burg widerstehen“?
41 bien feit. Ist vielleicht mit Bedacht aus dem handschrftl. fait
verändert, da hier ai fast immer in der Form ei erscheint.
48 asculter. H ascolter .
257 Nach den Versen 16 — 17
plus ualt Rome cha tot nos heritds
se mon segnor poit estre d coronds.
findet sieb am Rande, wie es scheint von derselben Hand nachgetra-
gen, der Vers
de plus auoire ne li seroit a gres,
wodurch der Satz vollständig wird.
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8
[ 281 ]
28 quant de ses sar el se remembra. H sire.
288, 1 Sobrin oit ueit e entent
qnaad oith Karies terres . H quant .
289, 29 tant chel (cft el) «lat en Afrique . Die Hs. hat, dem
ital. renne gemäss, uent .
260, 3 ai le Agulant . Ist eine Emendation. Die Hs. hat uite 9
die eine (auch sonst vorkommende) italienisirte Form sein könnte
für vit „er sah.“
9 e$l sauoire . Abzutrennen in e gi „ich ging“.
27 cherchi [ai ] . . . .
Puylle Cecilie Calabrie por entrer. H enter.
Allerdings findet man an einer andern Stelle (286, 33) auch in
der Hs. e Lonbardie Bergogne por entrer; es sollte aber entweder
an jeder Stelle die betreffende Lesart gelassen, oder wenn man schon
emendiren wollte, das offenbar unrichtige entrer entfernt werden.
261, 8 Die ungewöhnliche Form baxant gehört nicht der Hs.,
welche bexant bietet.
18 e si liprie humel et e dolcemant . In der Hs. findet sich das
et nicht, welches man auch als Emendation nicht gelten lassen kann.
262, 9 des armes ob grant pouertee . H ont .
39 li roü li uith , n ea tint cum agramant. Die Hs. hat uen, 3.
Sing, des Pfct. von venir = it. renne. (Vergl. die Bemerkung zu
289, 29); „er wurde schwarz wie Tinte“. Vgl. 266, 4 uint (wo die
Hs. wieder uent bietet) ros e tint cum agrament.
263, 3 ne treu payn ne grant ne menor. H troua.
266, 20 non est mie rois qae tel seruis dement. H qui.
267, 18 asa da roit sofrait epenser. Jedenfalls epenser. Sollte
auch nicht dur oit abgetheilt werden? Oder etwa duroit (wie in der
Hs.) aus durer = endurer?
20 mant clereger
qae douent dire la messa. H qui.
269, 21 la far fu si fer. Besser V afar.
27 autha est la feste e li reis biaus e cler. Die Hs. hat ganz
deutlich iors. Vgl. 284, 23.
270, 8 il se laxeront. H t, nach der Gepflogenheit dieser Texte.
Im Venet. ist f = lat. illi; i parla , i dixe „sie sprechen, sie sagen“.
Diese Form kommt übrigens auch in echt französischen Handschriften
nicht selten vor.
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9
[ 282 |
16 lomes meesme li doneg primer . Abzutheilen in lo mes
„meinen eigenen Schatz.“ In Nr. VI lautet der betreffende Vers
le moi meesme si li doneg primer .
24 or li doneg del uostro: kar ni ont mestier. Dies sagt gerade
das Gegentheil von dem, was gemeint ist. Die Hs. hat richtig in,
d. h. i nont mestier „sie bedürfen dessen“.
41 quant le dux Naimes oit parier. H li.
271, 22 e il se eonbatent por nos terres sauuer. H CU, wa9
auch dem Metrum besser zusagt.
272, 8 a 8or tot li paoir. Die Hs. hatte ursprünglich poir und
eine spätere Hand setzte über das Wort zwischen o und i die Buch-
staben ho hinzu. Da die Form paoir ziemlich seltsam ist, so wird es
wohl besser sein pooir zu lesen.
1 3 e Bergognon et ä cels del Ceragne. In der Hs. ist ganz deut-
lich deloeragne 9 also de Loeragne „von Lothringen“, zu lesen.
24 uestttlre tailleg cum li agrie. H vestiure.
273, 19 li manger fu stra tut apareilleg . Wohl in einem Worte
stratut.
274, 9 sotol cel nsn ne bestie. Was soll das n vor e? Man
theile nonn e. Vgl. ann irai in Floovant, 925; ann ont in Parise
la duchesse, 604 und sonst auch nicht selten.
11 li fren . . .fu (Tun fsrtacbier. Wohl abzutheilen in fort
achier. Eben so
12 la seile de fner — fin or.
275, 20 plus oit proece qu’k lions abreui. In einem Worte
qua, sonst ca cha geschrieben „als.“ Vgl. die Bemerkung zu 253, 23.
Eben so 286, 12 a plus force qu’ a lions ne sengli '.
22 tot qniqne Font si consilU . Besser qui (Jene“, quilli bei
Bonvesin) que.
276, 22 grant exploit siglent por V antre mer. H aute. Auch
bemerke man, dass vor grant die das Veismass herstellende Präpo-
sition a nachgetragen wurde, und zwar, wie mir scheint, von der-
selben Hand.
277, 8 n'en portarai mais armes enstra tnta mia uia — en
stratuta.
42 molt Toldi sovent dir e iurer
che molt atioit bone cose aesereler
a eser cler „ein Schriftgelehrter zu sein“.
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278, 24 8i lith li bref authament m naiant, Auch hier ist wie
274, 9 enn oiant zu trennen.
30 nie reme8 ne pitet ne grant — n' i e .
279, 10 e bien menage de bete e de dant . Die Hs. mit richti-
gerem Metrum e de boce.
30 none hom en son host — non e .
281, 6 partarai ist wohl nur ein Druckfehler für portarau
282, 5 grant honta (H ontd) est ad kam de ton hal£. H habe
= ad „Alter“.
29 e ceste guise li oit arcuvond . H E , also en .
283, 8 li garg est fei e oure foliement ,
quant tel pnrole a dith ä nes eent. Wie sind letztere
Worte zu verstehen? Etwa gent=gent; wo dann durch Veränderung
von 7io8 zu nostre das Hemistich die nöthige Sylbenzahl erlangen
würde. Die Hs. erlaubt auch oent oiant?) zu lesen. Würde man
die zwei Wörter verbinden, so erhielte man noscent 9 was vielleicht
als Verderbniss von nescient angesehen werden könnte.
10 di ci qua en occident — H de .
23 lis mariment. Wohl li smar.
33 se dl message mes faref de nient . In einem Worte mesfareg .
288, 28 tro8quament ad harlin. Sollte mit grossem Anfangs-
buchstaben gedruckt werden. Horlin = Orldans.
286, 1 ma en cest pnntel non monstra nient. — punt el „in
diesem Augenblicke zeigt er nichts“.
8 oil uoir , sire , che ln uos a uih£. Beim letzten Worte bietet
die Hs. in statt ui; das Hemistich ist folglich so zu lesen: cholu
uos a in he „der hasst euch*.
.34 bien est sept an 1 quasemble son linaie. — ani 9 ja die Hs.
hat ani 9 was der italienischen Form noch näher kömmt.
36 partera nient e por mer — por tera .
288, 31 a ses gram culpi ni (=nij a erme garant . Wahr-
scheinlich nur Druckfehler für das handschriftliche arme .
34 est de bal aytant. H bei.
Die zwei Schlussverse sind auch von Keller mitgetheilt worden.
291, 12 plus uos non dnron. KH diron.
13 damnedcu . So die Hs. K damedeu.
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1284]
ü
b) CHANSON DE ROLAND älterer Redaction. Bei Bekker die
ersten 10 und die letzten 9 Verse; bei Keller 279 Verse vom An-
fänge an, und die letzten 9; Gönin hob aus verschiedenen Stellen
über 600 Verse aus, darunter auch Anfang und Ende des Gedichtes.
Romv. 12, 13 gubler qne cante. So auch Gdnin. Bk. qui. Hs. q.
14 destrerre; Bk. destreiei'e ; GH destreire.
18a estez in Spagne. So GH. Bekker's Espagne ist eine Emendation.
30 41 di signor . In einem Worte: oldi „höret.“ Ebenso 13, 33
de nui no *1 dirai parola , lies oldirai; 20, 8 uuol diri , lies uu oldiru
Ol für lat. au und al ist in älteren norditalienischen Mundarten sehr
häufig, vgl. colsa, ripolsare , olsare; coldo .
31 par confundre . G per; H p. Ich würde bei italienisirten
Handschriften diese Abkürzung immer durch per auflösen, welche
Präposition sowohl par als por pour ersetzt.
32 Coäsl a me segnor . Gen. consia me. Ebenso KL 17, 16.
Dagegen 16, 8 consiame. Letzteres ist das richtige: consiä (=con-
sigliafte]), dem sich die tonlose Form me anlehnt.
13, 9 Se del seruisio e molt grand ai mister. In einem Worte
sedel , offenbar verschrieben für fedel, dann aimister. Auch 20, 25
findet man fe del servisio statt fedel.
11 dehtrer . So auch die Hs. Gön. hat deisirier.
14 Ben enpora ses soldaer toer. Gön. richtig enpora und loer .
15 ln cest pars eie set agni ester. So auch Gdn. Man trenne
aber el e. . . ester (= estd).
16 Adasia en Frange ben donra reparier. Man trenne mit Gdn.
AdAsia (= Aix). Vgl. Z. 32. Gön. hat devra 9 aber gegen die Hs.
21 Sei uole ostasi enn le liurarer. G e un. Obwohl sich an
dieser Stelle nicht deutlich erkennen lässt, ob n oder u vorliege, so
würde ich doch nicht zögern, e uu zu lesen; liurarer ist 2. Pluralis,
so geschrieben wegen des Reimes. Vgl. die Parte, priver, esmerer ,
ester ; Z. 20 in fer (K infer) „als Lehen“, cer „Kopf“ u. s. w.
24 A sa emoio chi perda lo cer. Schon bei Gen. richtig Asa e
meio (die Hs. hat deutliches e ). Gön. aber, welcher den Apostroph
gebraucht, sollte ch % i „dass sie“ drucken. Die Hs. hat endlich lor 9
wie bei Gdn. zu lesen.
14, 1 fer eil roi. — e li roi „ist der König“.
3 Assa emeio che 11 aula perde . — e meio che i la uia perde.
„dass sie das Leben verlieren“.
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12
[ 285 ]
8 p#el ben essere. — po el „kann es.“
14 a farlen maino ire. Die Hs. hat blos garlo.
18 Eie ala sedio de cordoa. — el e a lasedio (=* V as.) oder
dl asedio .
1 8 Par an saurem. Die Hs. hat unzweifelhaft uu . Spricht doch
Marsilie zu den von ihm abgeschickten Boten.
19 Eue donairo or et argento . — E(= eo, io) ue donaro ohne i .
20 Tere et feo tanto cum nanere. Auch hier hat die Hs. so
deutlich, dass nicht der geringste Zweifel entstehen kann, uuuore 9
d. h. vu vore „ihr werdet wollen“.
28 Sire eevere la cristiana lez. — si recevero .
18, 1 darcento . In der Hs. ist das c mit der cedille versehen;
g=g. Vgl.Z.9.
2 Ce 1er munte che lo mesa^on de dire . — Celor in einem
Worte „jene“; die Hs. hat dann blos mesago ohne n oder irgend ein
Zeichen dafür.
8 baldo fü iant eler. — guiant e ler (= le).
10 Neie remes saragms nelasseher
Che nesia mort.
Man trenne no i e rem . sar . nei asscher (= Escler). Statt
uosia hat dann die Hs. ganz deutlich nosia 9 d. h. no sia.
16 Qufroi da $or. In einem Worte dagor , d. b. d?A[n]gor =*
Anjou .
29 Marsilio la mirer. — lamirer = Varn.
31 Intre nni e lut uol che sia amist er. H uui. Es spricht
Blancandrin: „zwischen euch (Karl) und ihm (Marsilie) soll Freund-
schaft sein“.
1 6, 2 Trestauta Spagna dauu tiral infer. Das a von trestauta
ist unterpunctirt, durfte demnach nicht aufgenommen werden. Man
trenne da uu und in fer. Das l von tiral ist enclitischer Nominativ
„er wird halten“. Vgl. 18, 6 Cordoa al presa .
3 Se uoli ostaixi el uen donara a ser — aser ( = assez ).
8 regracia si ade — sia de (= Dd, Dieu).
Mit dem 13. Verse fangt eine neue Tirade an, welche auch in
der Hs. durch grossen gemalten Anfangsbuchstaben angedeutet ist.
21 non nentignira mia — uen tignira.
24 quel gloton li prese et silife ancira — si li fe.
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[ 280 ]
13
25 Mafeites. — Ma feites . „Aber lasset“.
29 no creez albriean.
ne ami ne ad altrise del vostro pranan.
al bricon ne a mi ne ad altri se del vostro pro non; „weder ihm
noch mir uoch irgend Jemanden“.
31 Qui ros otria [che] questo platte sia o non. Das Wort che
fehlt bei Keller, ist aber in der Hs. zu lesen.
17, 3 Mior nasal no e in la corte dein — de ln wie Z. 10
richtig. Eben so 20, 19 dalui ; trenne da lui.
6 Bene ai ma chel sia sovenu — Ben e oima „Gut ist nunmehr“.
10 Quando a uos manda eha bia merce de lu — chabia , d. 1 ).
ch’abiä, it. ch'abbiate.
13 Se par ostasi ne uol fare segu. H ue, was in der Rede
Naime's zu Karl weit besser passt.
18 ei andaro; 26 eo iandaro ; 29 iandaro . Zu trennen in e
und eo i andaro . So auch 23 iandari — i andari; it. andrete. 18,
13 uud 14 richtig i andarai.
25 Co. — H (Jo. In der reich verzierten Initiale ist die Cddille
deutlich zu erkennen. Eben so 18, 25.
18, 1 nesun de uos no i amra erer. Statt dieses nichts bedeu-
tenden Wortes hat die Hs., wenn auch nicht ganz deutlich, auira.
Eine solche Umschreibung des Futurums durch das Futurum von
habere und den Infinitiv des betreffenden Verbums kommt in diesen
venetianisehen Hss. auch sonst vor. So im ersten Stöcke dieser Hs.,
im Agolant: 254% 5 simel loient , gaVauro otrier und in der Chans,
de Rol. selbst: A fou et a garbon tuti maura guger (Gen. S. 528).
— ln Nr. VI ia de sun doy ne li aura sacer (Bk. 267 b ) *). — In
Nr. XIII kommt diese Wendung sehr häufig vor. Eben so wird das
Conditionale durch das Condit. von habere und den Infin. umgeschrie-
ben: 267* ne Faoerait sachier = sacheroit.
3 Frangois li rende si se trace arer. H litede , d. h. Fi[n]tende .
4 Trepin deraina — de Raina.
11 Si li dlran. H diro, ohne irgend ein Zeichen, welches den
Zusatz des n rechtfertigen könnte.
*) Vgl. Bescape ed, Biondelli S. 14S : Partir i avra lo Segnore = it. li partira.
Aach fra Jacomino cd. Ozanam S. 302: Forsi n'avri trovar da Deo algun pardon
= it. troverete.
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1 4 [* 87 ]
18 Sie $1 me un bon vasal Io einem Worte elegime , d. h. elezl
^it. eleggete) und das enclitische Pronomen me.
22 Selo! lassa — se lui lassa (d. b. lassa; it lasciate ).
30 Allez si posso. H Aller .
19, 2 no un fii qni baldoyn oit non . H que.
14 a damange . H damauge .
16 no o cura demcna$e. — de men.
31 Li doge per par go chi nama tant. Die Hs. hat, wie der
Sinn fordert, uama = v ama.
20, 2 No Ir# amer gamai al me uiuant . Die Hs. liest unver-
kennbar uOp d. b. vo amer; umschreibendes Futurum.
6 Col tal tenor el fo caga auant. Jedenfalls cuital t d. h. cuita
mit enclit. Pronomen /, welches sich auf gant bezieht Tenor ist
ein Fehler des Schreibers für teuer; eben so dürfte seine Vorlage
cagu geboten haben.
6 deo pare que no mmti ant. 11. mti, eine Abkürzung, die Keller
an einer andern Stelle (Romv. 37, 10 aus Nr. VIII, fol. 4 Ä ) richtig
mit menti auflöste. Dass die Worte qui ne menti ein in der epischen
Poesie formelhaft gewordener Zusatz zu „Gott“ ist, braucht nicht
gesagt zu werden. Ant statt anc (unquam) wegen des Reimes.
7 Sir messag nu inveniemo a tant . Die Hs. bietet sire , was ich
in si re (it. reo ) trenne „einen so schlechten Boten“.
12 A soa man destra la a son be esigne. In der Hs. liest man
beim ersten Anblicke asobe, ohne n oder irgend ein Zeichen dafür.
Betrachtet man aber die Schriftzüge genauer, so bemerkt man, das9
sie statt vielmehr Ix bezeichnen, was dann einen vortrefflichen
Sinn gibt: Va asolx e signd.
15 nmbrial intaile. — Zu trennen um brial = bliaut. Vgl. 19, 8
brialde .
26 Das letzte Wort des Verses, weiches im Drucke fehlt, lautet
fre. Ich setze auch die drei Verse hieher, welche noch zu dieser
Tirade gehören:
Filz baldoin comanda eia a de
Seo retorno molt grant pro li aure
Plange et plura quand da lui e des eure.
Genin nimmt für seine Auszüge das Verdienst der grössten
Genauigkeit in Anspruch. S. 403 gibt er eine Stelle „dans toute la purete
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[ 288 ]
15
desonorthographe baroque^und S.509 meint er: „Les örudits pour-
ront donc s’exercer sur ces fragments avec la möme sdretd que s'ils
avaient sous les yeux le manuscrit Tiöpolo en propre original“. Ist
nun auch nicht zu leugnen» dass der Abdruck bei Genin zu den treue-
sten gehört» so stösst man dennoch hie und da auf manche Abwei-
chungen von der Hs. » zu deren minutiöser Aufzählung die etwas zu
grosse Zuversicht des Herausgebers reizte. Auch will ich nicht un-
erwähnt lassen» dass die Angabe der Blätter der Hs. fast immer
ungenau ist. S. 403 statt 28r°, cot 8 lies 78* °, eol 2; S. 411 statt
ful. 80*° lies fol. 80r°; S. 513 statt fol. 86*° lies fol. 80/.
S. 374» 3 Senf un song enthält eine Emendation; die Hs. bietet
songent , wie denn überhaupt Singular und Plural in manchen dieser
venetianischen Texte auf die wunderlichste Weise mit einander ver-
wechselt werden.
7 V o frait e brisee . H oit; die gewöhnliche Form.
10 altre vision de songie. ln der Hs. findet man nichts von die-
sem de, welches Metrum und Sinn in gleichem Masse stört
14 jusques V es enthält eine, wenn auch treffliche» Emendation.
H les .
15 venir. H vinir.
16 el reqrent et asalt. H regrent; also requerent; Plural statt
des Singulars.
S. 403» 5 Rottant jacis cum Durindarda . H iacis , d. h. i ancis
(occidii illos ); es kann also hier von consonantischem i keine Rede
sein.
7 Per una kverotia va tut U Jor comant. H leuorxella und
porao.*Und gerade in Bezug auf diese Verse bürgte Gdn. für „toute
la puretd de V ortographe“!
S. 411» 8 M . colps feri plus* H e plus , wodurch die dem Hemi-
stiche fehlende Sylbe erlangt wird.
S. 513» 15 sancto8 flors. H sco flors.
21 Alquant de cels qui vont li cel albus. H nont und cef; also
q%ii nont le cef dl bus „ welche den Kopf am Rumpfe nicht haben“.
Die Verse 21 — 23, die auf -ns statt auf - er ausgehen und den Zu-
sammenhang der Erzählung stören, gehören nicht hieher, was auch
die Hs. mit dem Zeichen va < > cat andeutet. In der That sind
sie aus der vorangehenden Seite, Sp. 1 wiederholt Dass Gdnin dies
nicht bemerkt hat, kann um so mehr Wunder nehmen, als er diese
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16
[289J
letztere Stelle schon S. 411» Z. 11 — 13 abgedruckt hatte. Hier also
hätte er die drei Verse entweder ganz unterdrücken oder wenigstens
in Klammern setzen sollen.
32 Per aste franger e per scu pegoier. An beiden Stellen findet
sich por ausgeschrieben.
39 Tan mar fustes res ber. Ist eine Emendation. Die Hs. bat wos.
65 Carle de Franga givala. H giualce .
66 daumage . H daumage.
70 Fors de son cors uid gessir la btt eile- H gessir, was gensir
g 9 ensir gedeutet werden könnte; ge ist venez. Pron. der 3. Pers.
Dat. Sing. Indessen ist die Lesung von Gdnin wegen des gesir der
Oxforder Hs. bei weitem vorzuziehen.
74 le comencete . H Io.
90 desus- H desug. Eben so 113 froxssez statt des handschrift-
lichen fr 0188 eg.
103 e son cors ses arme. Die Hs. mit richtigem Masse e ses arme.
128 de vest nen ais mais eure. H uos.
135 Ja n iert mais tel in France la seine. Ich zöge vor abzu-
theilen Taselue , verschrieben für asolue .
138 ftnand vid li cont. H quant.
145 Denet la mei . Ist emendirt: H Denet.
146 E o li conquis. Ich ziehe vor Eo li conquis^ich eroberte ihm
(Karl)“, nicht „mit ihm (dem Schwerte).“ Vgl. die folgenden Zeilen.
151 Garmarse . H Garmaise.
160 Conavis e Najpain par tere stränge.
' Por ceste spee ait grant dol e pe sänge \
Ich lese Con avise n f ay Paln „Meiner Meinung nach gibt es
keinen Heiden". Vor ait müsste im zweiten Verse n’ stehen. Dann
fiele auch der Schlusspunct nach stränge weg.
165 ?ioit prise. Zu trennen in n' oit; ne auf italienische Weise
für frz. en.
171 in loriä pom. Ebenfalls l'oriö.
181 Li empereur wäre wohl eine beruerkenswerthe Form. Die
Hs. hat aber wie gewöhnlich emperer. In derselben Zeile hat die Hs.
est statt este im Drucke.
190 estrote sa gant . Jedenfalls e strote verschrieben für
stratote.
521, 8 a molt grand vexe si escrie un sermon. H noxe = noise.
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( 290 ] 17
22 L' une de TnsclL H Turcli „Türken;* el statt ital. ch selbst
wenn Rieses nicht auf Ißt. cl gegründet ist.
27 De soavra lo buste la testa perderi. H soura , also nach
Gdnin's Schreibweise sovra. Auch hat die Hs* bußto.
30 Entre lur ne Je ne poi ne vßl ne terre. Die Hs. h$t natür-
lich ie. Consonantisches i ist hier durchaus nicht zulässig; es w r ar
demnach ne i e zu drucken.
49 Statt 8fn frera hat die Hs. so, die venezianische Form des
Possessivums. Eben so in der folgenden Zeile statt le roi die italie-
nisirte Form lo rpi.
623, 8 Li roi Wahrscheinlich blos Druckfehler für
Älfarüe .
9 und 16 hätte statt qmnipotant blos Qnip. gedruckt werden
müssen , da die Hs. oipotant bietet.
17 lo dalmago (kam recevu — ch* arr\ (l a Plur. Praes. von
habere ).
22 E li vecli boi. H hoi , die in ital. Handschriften gewöhnliche
Abkürzung für homini .
2J5 cum tue voire devin — tu e „wie du wahrer Gott bist“.
42 garisti . . .del callon. H dal.
72 Nostro emperer ja a apella por amor. H ia ap also ent-
weder ja apella (Pfct.) oder i a apella (Parte, mit ital. Form).
Auch findet man in der Hs. per ausgeschrieben.
77 Sßrvir ge na dexe millia barun. Zu trennen in ge (= lat.
»7/i, venez. ghe) n 9 a „ihm sollen dienen.“ Vgl. 87 Servir v.epa
givaler xx. millia, schreibe ve n*a; und 151 servir lina x. m.
combatänt, schreibe li na *
108 cuvert. H culvert.
125 imigner . H ingigner = engigner .
143 Eli lassai un mault petit enfmt. H mo, also mon.
153 Guarnironlla d’ Ejians e de Provant. Nicht de pans e de
provant? „wir werden die Stadt mit Lebensmitteln versehen*.
183 vostre talant. H vostro.
190 $alie asemble — ga li e asembU.
212 Trahent lor cavglis e f atent lor pal . H bat ent.
242 Ti tel Arnaldo . Der Sinn ist „Arn. sah ihn.“ Vite ißt die
3. Sing, des Perfects mit italienischem Ausgango ; / ist enclitisches
Pronomen.
(Mussafia.) 2
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18
[291]
833, 1 £ segnur , dist Carlo . Das 2?, welches das Metrum stört,
findet sich nicht in der Handschrift, wo die Tirade mit der gemalten
Initiale S anhebt.
2 Li jogement. H iuiement .
8 £ tense$ la fors — Et enseg „Und gehet aus“.
V.
LA PRISE DE PAMPELUNE *)• Daraus druckte Bekker folgende
Abschnitte ab:
Fol. 1*
bis
6 * t. 24 incl.
„ 7*. 33
ft
7\ 1 *
* 7 b , 23
tt
7 b , 27 „
» 25\ 23
ft
31% 16 „
„ 48* *>.22
39
49 b , 27 „
* B8 b , 29
ft
64* 4 „
* 97 b , 4
ft
101 b
wo die Hs. endet; im Ganzen 1324 Verse. Davon finden sich die
ersten 87 und die vier letzten auch bei Keller.
Bk. 213, 6 V eseu e li aubers li fause c 1 eu euer parmi li pari.
Auch Keller hat cou. Die Hs. bietet aber eou, d. h. die Conjunction
e und den enclitischen Artikel: e-l „und das Herz spaltet er ihm“.
In dieser Handschrift erscheint nämlich ein l, das sich an einen vor-
angehenden Vocal anlehnt, statt in der gewöhnlichen Gestalt von u ,
w eit häufiger in der eines o oder ou 8 ). So z. B. paomoiant , Aoberü,
aobers neben aubers 9 aoberzes aouberzemant , aotan neben aoutan ,
aobe aoube , maodir , maogre 9 aotre aoutre 9 saovemant , maoves ,
paouironier 9 heome t Maogerts Maougeris (Malzarise bei Bojardo II,
23, 71 in der Ausgabe Panizzi’s, sonst Mazarigi )*). Besondere Auf-
*) Ich behalte die von Michelant gebrauchte Benennung (schon bei Genin S. 351
Roman de Pampelune) , obwohl das in dieser Handschrift enthaltene Bruchstück eines
grösseren Gedichtes über den Zug Karl’s nrfch Spanien mit der Erzählung jener
Begebenheiten anfängt, welche nach der Einnahme Pampelona’s stattfanden,
*) Nicht 45, wie aus Versehen angegeben.
*) Ja selbst ein au das nicht auf lat. al zurückgeht, verhält sich auf gleicher Weise;
dcmmage y daumage , daomage , daoumage .
*) Ebenso in neuprovenzalischen Mundarten, lu altgenuesischen Gedichten (Arch. stör,
append. num. 18) aotro , aoto , resbaodor. In einem sehr bemerkenswertheu Denk*
male altveronesischer Mundart, welches in einer Pergamenthandschrift der Comma-
nalbibliothek zu Verona aufbewahrt wird, — einer Darstellung der Passion Christi —
findet man saota für salsa , seaotriamentro für scaltei'itamente u. s. w.
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[292]
19
merksamkeit verdient der Fall, wo im l ein Encliticon (Artikel oder
Pronomen) vorliegt. Zuerst mit Präpositionen: ao, aou, dao , daou;
dann mit der Negationspartikel (neo sofri) oder mit Conjunctionen :
cheo rot, cheou senatour „dass der“ oder „dass den“; eo eou „und
der, und den“ u. s. w. Aber selbst im Accusative an das regierende
Verbum angelehnt: il a-ou meillor pais „er hat das beste Land“,
conei-ou mesclin „ich kenne den Armen“. Wie inan sieht, es geht
hier die Iuclination über die Grenzen, innerhalb welchen sie sich irn
Altfranzösischen zu bewegen pflegt, und schliesst sich an den pro-
ven$alischen, auch älteren italienischen, Gebrauch. Bekker vereinigt
gewöhnlich richtig die Vocale zu einem Worte; manchmal trennt er
sie aber, wodurch sich der Übelstand ergibt, dass ein Vocal, welcher
mit dem vorangehenden nur eine einzige Sylbe bildet, von demselben
losgerissen wird und allein schwebt. 214, 31 plus Cahet che on roi
Marsilion; 215, 25 mes temperer ne • neust entendre; 220, 5 auoir
le lous e • pris; 220, 26 ie ay prisse la tour e • pales segnoris ;
228, 28 Guinimer e on cuens Hue ; 231, 18 che on euer ne li tren-
nt; eben so 221, 11; 239, 17; 240, 27; 241, 17; 250, 33.
8 pues a treite la spee com frans home e gniart. Schon Lacroix
hatte das richtige gailart . Eben so Keller.
10 Bertram le yencois. So auch Lacroix und Keller. Auch ist die
Hs. nicht gerade dagegen. Da aber nicht selten, wenn zwei o aufeinan-
der folgen, der rechte Strich des ersten mit dem linken des zweiten
zusammenfliesst, so glaube ich, dass überall wo dieses Wort vor-
kommt yenoois (it. Genovese) zu lesen sei. Dafür stimmt auch das
Metrum, welches in dieser Handschrift ziemlich gut bewahrt ist.
1 1 — 12 Buigart . . . Barnier e Buu So auch Lacroix und Keller.
Allerdings sieht in dieser Hs. das grosse G dem kleinen b nicht un-
ähnlich aus. Vergleicht man aber viele Wörter unter einander, wo
der eine oder der andere Buchstabe vorkommt, s u lernt man leicht
sie zu unterscheiden. Hier liegt überall ein G vor, wodurch sich die
bekannten Namen Guigart , Garnier und Gui ergeben. Dass Bk. sich
täuschen Hess, kann um so mehr Wunder nehmen, als er S. 233,
1 — 2 die richtigen Formen hat.
14 chescun . Da diese Form in der Hs. nie vorkommt (sie ge-
braucht nämlich ch nur in ita). Geltung), so sollte auch hier (und
214, 19) cescun , wie bei Lc. und Kl., gedruckt werden.
2 *
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20
[ 293 ]
* 214, 8 Naurd s. So auch Kl. Und doch ist es nicht unwichtig zu
bemerken, dass die Hs. nauries bietet, denn gerade die beständige
Einschiebung eines i bildet eine der Eigentümlichkeiten derselben.
Ebenso 244, 30 ariuds wo die Hs. ariuies hat; 235, 6 auds, H auies.
10 mes ne für ent alids le mitreit dun luitfoi. Kl. hat lemi treit,
was nicht zu billigen ist. Dagegen findet sich bei ihm statt des letz-
teren unverständlichen Wortes das in der Hs. ganz deutlich zu
lesende bougon.
18 il a une giant d’k pi6. Jedenfalls da, welche Präposition in
vorliegendem Texte ziemlich häufig vorkommt. Vgl. 231, 1 wo Bk.
Belbst uint mit homes da pid schreibt.
25 cui che sott mal ou bon. H che, so dass chen ( ch'en ) bei
Kl. das richtige ist. Eben so 217, 27 Ver la place se uint und
Z. 29 lour se uint uer Id place , H een. 219, 34 Se grand de&pit
mt uint, ft men. 221, 8 ie ne le sai blasmier, H Ven. 224, 13
ä pue ch'il ie fu deceu und 235, 28 che ne seroit, H den oder
etwa auch nen.
35 a suen detrd fassen. KH galon . Und das ist richtig; nur
muss man natürlich den Accent von detre tilgen: a suen detie galon
„an seiner rechten Seite". Bekker machte also eine unnöthige
Emendation.
215, 2 se mist tut d un raneen. KH randon.
3 la spee nue ao poing, nies rous con stigon. So auch KI.
Beobachtet man genau die Sehriftziige, so wird man bald gewahr,
dass was beim ersten Anblicke als u angesehen werden kann, eigent-
lich ir ist. Das Wort iries (iratus) entspricht vollkommen dem Sinne
und stellt das Versmass her.
215, 11 üuec nous defendron
Sil nous v&usist offandre, ond blasme mie *’ auron.
Ist ebenfalls unnötigerweise emendirt worden. Die Hs. hat
nie, also nien =*= ni en. Vorliegender Text braucht nämlich beständig
ni für die einfache negative Conjunctioa, frz. ne, lat. non. Dass
ni en—n'en nur eine Sylbe bildet, braucht kaum gesagt zu werden.
19 Hier und an ein Paar anderen Stellen, z. B. 223, 13 — 14;
225, 26 löste Bek. die Abkürzung chrs und chrie in die Formen
Chevaliers chevalerie auf, welche jedoch der Sprache vorliegender
Handschrift nicht angemessen sind. Weit richtiger an den meisten
Stellen ciualcrs und ciualerie .
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[ 294 )
21
29 car bien sui pourceuant
che ä fin me uoUs tner.
Die Hs. hat ter und über dem e das Abkürzungszeichen für ri. Man
lese demnach trier (trahere), was zu ä fin weit besser passt.
216, 8 dou fol mandemant
q’il nous tramist ier soir.
Die Hs. hat uous, was auch vorzuziehen ist, da die Botschaft Karl's
eher an den Lombardenkönig allein, als an das ganze Heer gerichtet
ward.
13 — 14 mes Lombars ne firent ne ullto ne semblant
che de lour doeousent le uailement dun gant-
Im ersten Verse liest die Hs. niste 9 gleichbedeutend mit semblant:
ital. non far vista nl sembiante . Im zweiten Verse ist doeousent
wahrscheinlich blos ein Druckfehler für das dotousent der Hs.
29 Bertran II iencois (oder nach dem oben Gesagten ienoois).
H le. Allerdings ist H die ächte Form für das Masc. Sing.; in Hand-
schriften, wie die vorliegende, hat man aber die Feinheiten reiner
Sprächquellen nicht zu suchen. Da also weder an analogen noch auch
an identischen Stellen (z. B. 213, 10) emendirt wurde, so wäre
füglich auch hier die Form le stehen geblieben. Ebenso ist 220, 2
i mes gedruckt worden, wo die Hs. consequent le mes bietet.
217, 19 lour brogerent ensemble con mout grand cris eus. In
e us zu trennen. Vgl. 228, 12 eescun breit e ne.
22 iei poroient . Besser ne /, die freilich nur eine Sylbe ( rii )
bilden. Eben so 231, 18 und 31.
23 adone . Wohl nur Druckfehler für adonc.
31 quant le duc oit Vasaut c# grand estor gausi. H eo % d. h.
nach dem oben Gesagten e-o. Nicht anders 220, 1 ie uoloie Tostel
eou grand pales; lies eou.
34 e li dist autemant . li ist vom Hg. des Metrums wegen hin-
zugefügt worden *).
*) Consequent hfitte 22% 28 qe [je] m lu tramis; 22 S, 12 [e] cetcun d’eus fortment
gedruckt werden können. Andere Emendationen wären folgende: 216, 32 maint
homes feirent fausier, 1. heomee; 222 , 15 cescun . . . eeete fOllle loa, 1. fovee;
237, 2 n’a meetier che eoit plue parole teuej der Sinn kann nur sein: „es bedarf
anderer Worte nicht", daher wurde besser tenue stimmen. Das n- Zeichen fehlt
auch sonst; so z. B. 217, 7 od, wo ond zu lesen ist.
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22
[ 295 ]
218, 10. Die Form rei für roi wäre , wenn wirklich von der
Handschrift geboten, nicht ohne Interesse. Die Hs. liest aber rot.
Auch statt der analogen Form dreit, welche 234, 26 vorkommt, hat
die Hs. rfroiY 1 ).
218, 24 qand eil Ventendi
*a tost uint celle pari.
Die Hs. hat Tatost = tantost . Grosses Tund grosses Z sehen
sich ziemlich gleich aus, und das /i-Zeichen ist mit dem unteren
Striche des x von Dexirier in der vorangehenden Zeile verwachsen
und daher nicht sogleich erkennbar.
219, 6 qand ie fu pres aos host , ie fis tantost ueir
un mesage ä mien sir.
Die Hs. hat ueir, also uenir , wie auch der Sinn fordert. Eben so 220,
11 ui aeir Carllemagne ; lies uenir , H ueir .
30 por lour nie» mantenir. Hier ist der t-Punct als n-Zeichen
angesehen worden; man lese demnach uie „um ihr Leben zu fristen.“
220, 5 — 8 e Tiois uoloient auoir le lous e o pris :
ond lour motrai ie bien qe ie ne ai noris
de ce qe ie auoie ou mes homes conquis
homes da spoentir; ond sour eus uint le pis .
Der 2. und 3. Vers sind, wie man sieht, verstellt; lässt man sie ihren
Platz gegenseitig wechseln, so wird der Sinn der Stelle vollkommen
deutlich. Schon in der Hs. ist die Berichtigung durch Anführungs-
zeichen angedeutet.
221, 1 Ansi. Die IIs. hat Ensi.
14 s’il eonfist ceus Tiois . H sconfist.
18 £ Dexirier uoloit miesme presentier
le grand pales ä vous ed ä uous recoubrier
Vonour le lous le pris.
Die Form ed kommt sonst nicht vor; und recobrier fordert die Prä-
position de. Man theile demnach e da uous ab. Da für de ist in die-
ser Hs. nichts weniger als selten.
21 ensi m’ait danideu con uous deu6s paier
ceus qe se uenoient de ce a uous dementier .
H matt = niaint ( me amet ). — Obwohl deuds sich auch rechtfer-
tigen liesse, so möge es bemerkt werden, dass zwischen u und e die
*) 235, 25 jedoch endreit reimend mit feit } pleit.
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Buchstaben si, wie es scheint von der nämlichen Hand, überschrie-
ben worden sind: deusies (hier zweisylbig) passt jedenfalls besser.
222, 13 Rolland V antier. H lauoer, d. h. Vavoer statt Vavoä
„der Vogt“.
223, 24 sens pont d’afaaterle. H afaiierie . Vgl. 243, 14 sens
pont d 9 afaitexon.
32 painte k d’ or fin. Die zwei Präpositionen lassen sich nicht
erklären. Ich würde ad or fin lesen. Ehen so 224, 1 desour la metre
wie qe painte k d’ or frois comant Camilius desconfistHi Gallots .
21 france giant , en auant. H or auant .
226, 1 con fram barons corois. Die Hs. hat ganz deutlich
e droh .
6 e eens paiens fesoient. Das Wort ceus ist von Bk. hinzuge-
fügt worden. Offenbar aus metrischen Rücksichten. Aber gerade
wegen einer metrischen Eigenthümlichkeit vorliegender Handschrift
kann dieser Zusatz auf keine Weise gebilligt werden. Hier nämlich
zählt das ent bei der 3. Pluralis der Zeitwörter, nicht blos innerhalb
des Halbverses, sondern auch am Ende desselben als eine volle Sylbe.
Beispiele bietet fast jede Seite; ich will hier eine Reihe davon
zusammenstellen.
213, 13 ond maint Tiois fuient.
214, 12 e quand Tencontrerent.
216, 13 mes Lombars ne firent.
216, 14 che de lour dotousent.
216, 15 ains se defendoient.
226, 27 fortment le redotent.
227, 13 quand paiens l'oirent.
233, 16 mes mout lour auoient.
233, 17 car iluec ne leirent.
237, 18 les tar^es hrixerent.
242, 2 quand celour l’entendrent.
244, 22 e les osses furent.
245, 8 e ceus Totroierent.
248, 4 le consil partirent *).
*) Selbst am Ende des Verses, reimend mit anderen Wörtern auf -ent, - ant .
fol. 43* Or aliös en tantost sens plns arestement;
E ceus tot mantinant dou palös descendent
E sens aulre demour A cival monterent.
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24
[ 297 ]
Da man nun alle diese Stellen unmöglich als corrumpirt bezeich-
nen kann» so muss die metrische EigenthQmlichkeit dieses Textes
anerkannt werden. Weit entfernt also in dem oben angeführten Hemi-
stiche das Wort eens hinzuzufügen, wäre man vielmehr berechtigt»
selbst wenn die Hs. es böte, dasselbe dem Metrum zu liebe zu tilgen.
Aus demselben Grunde scheint mir die zu Z. 20 gemachte Emen-
dation nicht gerade glücklich. Die Hs. hat che lour sire estoient ä
Vestor revertie . Der Hg. druckte che uer lur f was nach den allge«
mein gütigen metrischen Gesetzen vollkommen zu billigen wäre.
Der Gepflogenheit vorliegenden Textes aber ist es weit angemes-
ener, che ä lu oder cA' ä ln zti lesen.
12 8e ie le per d, iameis naurai yrn ne repois. H yeu jett.
Vgl. 227, 21 ne orent ieu ne ris .
18 Seines le marchis. Auch hier wurde (wie 213, 11 — 12)
das grosse G für ein kleines b angesehen. Man lese Geines . Eben so
Z. 29 und 228, 28.
29 e ceus barons inetis. H. ietis = ientis, wenn auch das
72 -Zeiehen mehr über das i als über das e geschrieben steht» und
der Strich, welcher e von c unterscheidet, so dünn ist» dass er nicht
sogleich wahrgenommen wird.
227, 11 Statt enueis hat die Hs. die gewöhnliche Form enuais .
228, 6 Auch hier hat die Hs. sera , wo Bk. sara abdruckt.
20 ftour eens Franzois
che ne sont pas, eroi, mille.
Trotz der grossen Ähnlichkeit zwischen c und t kann man mit
einiger Aufmerksamkeit die zwei Buchstaben von einander genau
unterscheiden. Ich lese an dieser Stelle ein t 9 also troi (so schreibt
gewöhnlich vorliegende Hs. statt frois) mille , was auch einfacher
klingt.
«32 or li secore dien la uerzne aldlue. H asolue ; bekanntlich
ein formelhaftes Epitheton für die heilige Jungfrau.
229, 21 ce ne meecrete naus. H uous.
fol. 66* Mes la plus part Äe lour volontier auroient
Voilu che Altumajour fust entriß ou sa gient
En la vllle, pour f die fortmeot l'afnoihnt.
Vgl. in der Passion Christi cd. Dies tradis€*nt = trainent : dem&ndant 10 querent :
Judeus 34. Und in der Epitre farcie de S. Etienne ed. G. Paris (Jahrbuch für rom.
Lit. 4, 314) V. 41 Mistrent lor dras eil qui le segueient (:grant, gent).
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[298J
25
232, 1 6 lour oisds louf ensagne nomier e resbaudir
e tiefstes en un tas fuit brocier e uenir.
H ueisies, welche Zeit sowohl dem Sinne als dem Torangehen-
den oiois = omV« Tollkommen entspricht. Vgl. Z. 34 der nämlichen
Seite.
23 tant aubers derompre e d'esm&ier. Wohl desmaier =* des-
mailler .
34 Avec lu ueisiis duremant espraaler. In der Hs. lässt sich
allerdings bei letzterem Worte auch ein n erblicken; u bietet sich
jedoch leichter. Da nun sonst blos die Formen esperon , esperoner
u. s. w. verkommen, so glaube ich, dass die Lesung esprovier ,
welche auch dem Sinne besser entspricht, Torzuziehen ist. An einer
anderen Stelle :
34 b Car il tant se esprovoit sour notre giant real bietet die
Hs. ganz unverkennbar nur ein u .
233» 3 conquistier . H eongstier, also conquestier.
18 che ne fust narr* ou mort sens recobrier . Ist ohne Noth
emendirt. Die Hs. hat enavrS, eine Form, die auch tonst vorkommt.
234, 27 Nous saute bien . H üous.
238, 1 — 4 Car ia auons Nazare e Noble
e Pampetune , terre noble
e souz notre puisance imoble
il utys Vastoille e ou groing en coble.
Die Hs. bietet auf unverkennbare Weise Auons.* — Da die Form
astoitte nicht vorfrommt, so ist la stoille (wie *pin> spalte y spee ,
splis, sconfit u. s. w.) zu schreiben. Auch sind die zwei Eigennamen
mit grossem Anfangsbuchstaben zu drucken, und e ou in einem
Worte zu verbinden. Der vierte Vers müsste demnach so geschrieben
werden
Avons la Stoille eou Groing *) en coble.
33 Cist hume est swee e prous sens fal
che se qastie con f autru mal. H Dil körne.
236, 6 ou la corone adtr, Zu theilen in ad or, wodurch man
ein weiteres Beispiel für die Präposition ad gewinnt Vgl. die
Bemerkung zu 223, 32.
*) Esten« (ia der Spagna heisst die Sladt la Stella) und Logrono. Vgl. Gui de Bour-
gogoe, 70.
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26
[299]
26 ceste giant, che nous est sorcorue
ne manient potir certein uailant une latue .
H mament d. h. mament.
236, 23 8d persone a tantost et sa gient coneue . H oit. Za
einer Emendation ist keine genügende Veranlassung.
237, 4 car ie nai ia ferne
che m'ait force ne l’aine ne puisance iolue .
„Die Seele“ zwischen ^Kraft“ und „Macht“ ist wohl wenig
passend ; eben so hart klingt der Artikel neben den zwei anderen
artikellosen Substantiven. Die Hs. hat aber ganz deutlich laine 9
eine auch an anderen Stellen dieses Gedichtes vorkommende Form
für franz. haieine ; vgl. ital. lena .
237, 22 (la Iance) aou prous Guron ne fu de rien ploiee
Aiii8 ei prist le paien par tiel desmesuree
ch’ il uuida li argons
H enpefst , also enpeinst , Perfect von enpeindre (impingere).
27 E Andriais e Taindres ä la prime encontree
abati dous paiens .
H ahatirent , wodurch aber das Hemistich um eine Sylbe zu lang
wird. Wir haben also hier eine Emendation, die in so weit nicht
vollkommen überzeugend ist, als das Verbum im Singulare, auf zwei
Subjecte bezogen, ziemlich hart erscheint. Ich glaube daher, dass
man auf Formen wie repondrent , entendrent , desendrent hinweisen,
und demnach abatrent annehmen dürfte.
238, 1 1 ees ducent Saracins . Die Hs. bat, wie beinahe immer,
auch hier eens. Eben so Z. 22.
17 (feri) da si tre grand uertu. H pa mit ausgelassenem
r-Zeichen, Es dürfte daher wohl par gelesen w'erden.
239, 6 uer Maogeris guerei. H gueci . Es könnte daher blo9 ein
Druckfehler für guenci sein; nur kommt es Z. 8 und 240, 12 wieder
vor; 241, 26 dagegen findet sich richtig guenci .
241, 8 lui und 12 de statt der in dieser Hs. üblichen und an
anderen Stellen beibehaltenen Formen lu , da .
242, 1 seist ist wohl nur ein Druckfehler für seist .
1 6 chi nous a ensi naurid ? chi en fu l'ocheison ? H e chi.
Wenn der Hg. das e aus metrischen Rücksichten strich, so ist
dies nicht zu billigen, denn vorliegende Hs. räumt der Elision
einen so grossen Spielraum ein (f u irascus; fu en ma uie; bondi
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[3001
27
ttn olifant; il a une giant) dass die Zusammenziehung von chi en
in eine Sylbe weit eher die Regel als eine Bedenken erregende
Ausnahme bildet.
21 traygon. H traixon. Der Iinke_ Strich vom x wurde als der
rechte vom y angesehen, der rechte dagegen als ein c, welches dann
mit der c4dille versehen wurde.
243, 1 plus che h troton . H ao. Vgl. 214, 8.
8 aou men. H rriod = mond .
16 fist demandier un ab^s. Das Metrum fordert abes , freilich
mit einem neuen Verstosse gegen die Declinationsregel, welche in
diesem Texte ganz verwahrlost erscheint. Vgl. unter den zahlreichen
Beispielen 217, 33 oü il vit l'emperer
222, 4 emperer, dist Nnymon
229, 1 quant reclame Zarlle Ie frans cuens de Cliermont
233, 25 si ferai, dist Carlion
244, 9 meis ne fu parta
De uetre honour rampllr. H petu — pentu „es reute , es ver-
dross ihn nicht“. Auch hat die Hs. xamplir , gleichsam ex-implere ,
eine Form, die in vorliegender Hs. ziemlich häufig vorkommt 1 ).
Vgl. in Bezug auf beide Bemerkungen fol. 67 b Jonas che meis ne se
pentt De mien honour xamplir.
31 quand le roi uit Rolland , si le dist . II li> wie immer im
Dative. Eben so
245, 27 nous la (der Stadt) donrons rasant. H li.
246, 6 Aprcs le duc Rigard parle dan Gainelon e dist. H parla.
17 per combatre la uile. In der Hs. steht par ausgeschrieben.
Zu einer Emendation ist keine Veranlassung, denn j per, par und
pour wechseln in diesem Texte mit einander ab.
24 poroit auenir , se nous toat atendon
ehe celour de la uille , che aient maleeion.
H tant ; im letzten Worte des zweiten Verses ist wohl nur ein
Druckfehler für maleeion zu erblicken.
247, 10 ond nous poristes perdre. H porisies. Vgl. die Bemer-
kung zu 232, 16.
25 ne prince ne amarte. H amirie .
‘) Einmal auch examplir: fol. 4J>* Pur che prett c honour a tuen sir examplist.
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28
[ 301 ]
33 Ond ie vous pri bien, sire , pour sainte caritt.
H bieu beau); die gewöhnliche Art der Anrede. Das Komma
gehört demnach nach pri.
248, 16 ao bois q’estoit lä pres de toste un pln anti . Gin Wald
neben einer Fichte ist gerade keine passende Bezeichnung; die Hs.
hat aber pui.
31 bandi V olifant. Druckfehler für bondi .
249, 6 mil bnen flamans. H buens .
13 chi cKen cant e chi enplour. H o ; die disjunctive Partikel
passt auch besser als die copulative.
27 da ceste pari nerdetre. Zu theilen in uer detre (= destre;
st wird hier nämlich durch blosses t dargestellt: conotre vetre etre
u. s. w. Vgl. die Bemerkung zu 214, 35).
250, 10 Hier hat die Hs. nicht Engelin , sondern die gewöhnliche
Form Engelier . Wahrscheinlich folgte der Hg. der vorhergehenden
Tirade, wo aber das Wort nur wegen des Reimes in etwas verschie-
dener Gestalt erscheint.
19 Helmont V anfait (:estendart % art ). H V aufart.
33 de trencier les paiens la cam eVos eou lart. H wspaiens .
34 Quand Rolland a sa giant devisö par tiel guise. H devisee .
Grammatisch sind beide Formen berechtigt; Bk. wird aus metrischer
Rücksicht emendirt haben. Indessen möge bemerkt werden, dass
nach der Gepflogenheit unseres Textes stummes e, das auf einen
Vocal folgt, in den meisten Fällen nicht zählt. Mie ist z. B. einsylbig,
meslee zweisylbig u. 8. w. Hier einige Belege :
213, 4 qe n'estoit mie coart
222, 5 ne veul je mie leissier
223, 16 $ainte la spee forbie
223, 31 e la meslee fenie
224, 24 des Franzois ireemant
230, 19 q'ont nous tolue ces lous.
Die letzten vier Verse kommen auch bei Kl. vor. Dass povrferaa
nous plus daomaze in pour fer as nous (= nos), wie. bei Bk., ab-
zutheilen ist, braucht kaum gesagt zu werden 9*
*) Es sei mir gestattet hier anzuzeigen , dass eine von mir veranstaltete Ausgabe dieses
Gedichtes eben im Drucke ist.
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[ 302 ]
29
vn.
CHANSON DE ROLAND; jüngere Redaction. Davon druckte
einige Verse K. Bartsch in der Germania (6, 28 ff.) ab.
S. 30, 30 passe une tertre. Offenbar nur Druckfehler für un.
32 mercheant sunt , si vont fie refueraat. Ich theile ab fiere
querant *).
31, 21 * He dex dist Otes qui fus eabeleaat
7 i soleuz baisse etc.
Wie man leicht sieht: * He dex * dist Otes ' qui fus en Beleanf.
32, 2 Sag en un bois s'est li fls enbuschie . H Ens.
34, 18 Mal de healt. Druckfehler für dehd ait.
36, 33 tote Espeigne est vers moi apendant . H ert.
37 dous pors qui molt erteat corant . Verdruckt für errent.
37, 10 Es wird li gedruckt, und in der Anmerkung als die Les-
art der Hs. Za .angegeben. Die Hs. selbst hat aber deutlich li. Eben
so 39, 30 lors im Drucke, und als die Lesart der Hs. lore , während
schon die Hs. lors bietet.
22 je s’aurai ou il sunt eejournant. Wohl saurau
39, 30 comuechier ist jedenfalls nur ein Druckfehler für
comenchier.
40, 24 li cler 8 fu sag es de qu il ea fl d 9 enfance. H ensi
= issi (exivit ).
29 vendu. Druckfehler für vendi.
VIII.
LA BATAILLE D’ALESCHANS. Nunmehr vollständig herausge-
geben von A. W. Jonckbloet (La Hayc, 1854). Keller druckte im
Ganzen 272 Verse ab.
30, 3 lerrauf de santes. H Hernaug .
5 En trente leus fare$ se iacerang — fu rog (ruptus).
6 Se8 escus frait ese cames lusang — e se eumes .
7 par mi ea dos les flanz — endos.
10 Mais noH uait la moite de dos gang. — no li.
13 nus hom qtii soit alaaaf. H uiuang .
*) Di« Hs. Nr. IV, welche diese Episode der Verfolgung Gaiue’s ebenfalls ein
schaltet, hat : Mrrgeant sont qui vont guadagnant.
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30
[ 303 ]
17 corut am li san$. — au tu.
28 CU 8ont a lui durde. — H dinde = <T Inde.
31 Tne spie porta. Wohl kommt die italienisirte Form spie
(auch spli) in diesen Hss. ziemlich häufig vor, nie aber als Femi-
ninum; man trenne demnach un espie.
31, 1 Anoff estrie (verschrieben für escrie). Besser A uoig.
2 Sn cni perdra Guiet sa ualor. — Encui „heute“.
9 Viuain qiermais ne li puet ueir. Die Hs. hat wie immer Viuian .
Man trenne dann gier mais „er sucht V., kann ihn aber nicht sehen“.
10 lo enrda matir. H cuida.
17 La uerseg (H üseg verschrieben für ueiseg *) fier estor
ebairolr. Die Hs. hat, ohne irgend einen Zweifel, ebaudir .
20 Tant puing tant plc tante teste. H pie.
32, 8 la magnee gorhant. H masnee.
Zwischen 7 und 8 fehlt der Vers:
Chascuns portoit une mace pesant.
20 pose ait conuenant. Die Hs. deutlich pase „er hatte den
Vertrag überschritten“.
21 Li gentils homs sa testa. Jedenfalls satesta d. h. s'at.
(wahrscheinlich verschrieben für saresta ).
28 Ne foi mai estre tot mon uiuant. H enstre , d.h. enstretotm. u .
26 Jal comparont polan. H paian .
28 Des pers de lärme. H pens „Gott sorge für die Seele!“
Mit Vers 29 fängt eine neue Tirade, welche auch in der Hs.
durch gemalte Initiale augedeutet ist.
34 Par mfl aubergs . — mi laubergs = taub.
33, 2 deu ne plaist qen core de ce fenir. — q'encore dece
(eigentlich dege ; italienisirte Form = deggia ) fenir .
8 S sn os iretram. Wohl Esuos, oder, wie Manche vorziehen,
Es-V 08 .
7 Le seoz li orent fait . . .froisir. — H Lescuz.
8 son aubergs . . . desarcir. H desartir.
*) Daraus erhellt, dass wir in diesem Cod. nur eine materielle Abschrift haben, die von
einem Unkundigen angeferligt wurde. So findet sich 31, 26 boi?*, was demnach
Keller berechtigte boines zu lesen; die Vorlage bot höchst wahrscheinlich boieu9
(eu = au wie bieiis statt biau8 beaus in Nr. VI). Nicht anders findet man häufig onde
(mit dem oberen Striche nach links gewendet) statt oncle: 32, 1 adcu ietant statt
ademctant ; 32, 10 giruerg statt cuuerg (Kl. druckte ciuerg ); 34, 14 furent statt
finent ; 35, 4 sarsir st. saisir u. s. w.
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[304] 3 1
13 uers eh m se guentir (verschrieben fiir guencir ) — nose
= nose .
17 noir cum a aerser — auerser.
18 aea nasa aprochier. — H nennosa = new» osa. Vgl. oben.
22 coplaer . H caplaer.
Zwischen Z. 22 und 23 fehlt der Vers:
0 il escria monioie caualer .
23 Ondes (verschr. für oncles ) ^rio//.’ farme wowop aider. —
car me .
26 Pres esf wia wior/ al uoil (verschrieben für not) nul recou-
rier. H ni = ni.
29 or fag trop qe la mer. H lanier .
32 Qil o ucist H qi lo ueist . Die gewöhnliche Formel: „Wer
ihn sähe!“
34, 1 Bien aaat chaschuns rollant et oliuer. H uatit.
4 silincor abracier — si lin (richtig lut) cor .
31 areor . 11 arcor statt ancor .
35, 2 #e /owe /or lancent les espieg por bair . Die Hs. ohne
Zweifel De . Auch in Bezug auf das letzte Wort scheint die Hs. eher
hair als bair zu bieten.
23 qi aas poust garentir. Ist eine Emendation, denn die Hs.,
welche n und u ganz scharf unterscheidet, hat ttos.
25 qe nestoit cirdeslr. — Die Hs. hat ganz deutlich en desir.
Auch sollte qen=q' , en estoit getrennt werden. Vgl. Z. 14 derselben
Seite.
36, 1 ardang . H aidang .
9 la tei're desfraa^. Wohl des frang.
11 Saadia li brtin. Ganz dieselbe Initiale wurde 30, 1 richtig
als G aufgefasst und Gaudin gelesen. Ehen so in der darauffolgen-
den Zeile nicht 8 sondern G(autier) le tolosang .
14 perdi i \i son fang. — iqi.
19 a euch. Die Hs. deutlich oncis , was nicht als ein Versehen
des Abschreibers angesehen zu werden braucht, da hei occidere die
rhinistische Einschiebuug häufig vorkommt; vgl. it. ancidere.
26 la ferraa e parti. Die Hs. hat auf unverkennbare Weise
fendu .
33 de 8 ier anaedi. H amiedi — a miedi .
37, 6 orgeil . H orgoil.
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32 [ 305 ]
12 fier estor esbatoir. Auch hier, wie 31, 17, hat dio Hs. ganz
deutlich esbaudir.
13 pantir. H patir mit dem wellenförmigen r-Zeichen: also
partir,
23 desface . Druckfehler für desfaee.
XIII.
BEUYES DE HANTONNE , BERTE AU GRAND PIE und CHARLE-
MAGNE. Cyklisches Gedicht, nach Art der Reali di Francia. Aus dem-
selben theilte Keller über 170 Verse und alleCapitelüberschriften mit;
Guessard gab dann in der Biblioth&que de l'dcole des cbartes (IV, 3.
393 ff.) eine eingehende Analyse des Inhaltes nebst einigen neuen
Versen, und berichtigte zugleich manche Versehen in dem Abdrucke
Kellers. So t. B. in den ersten 10 Zeilen:
Romv. 42, 16 nor G a or .
19 abaci G abati.
20 spee feu cancon G spea feri canton.
21 0 laubergo G Be taubei'go .
22 biando G brando ;
lauter Stellen, in welchen Guessard's Leseart die von der Hs. gebo-
tene ist. Eben so sind Z. 18 et en, Z. 22 de sie von Guess. richtig
zu e ten und desis ( descendit) vereinigt worden. Nicht unhäufig
aber sind die Fälle, in welchen Guess. nicht Lesefehler berichtigt,
sondern Emendationen vorschlägt. Da sie meistens gut sind, so muss
man ihm dafür Dank wissen; wenn er aber dabei von einem „corriger
les legons fautives qui ont echappd ä M. Keller dans sa transcription*
redet, so muss man diese Ausdrucksweise als nicht ganz genau
bezeichnen. Es ist schon oben bemerkt worden, dass Keller nur einen
diplomatisch getreuen Abdruck der Handschrift liefern wollte; wo
er also von seiner Vorlage ab weicht, dort darf man ihn berichtigen;
ihn aber für die Fehler derselben verantwortlich zu machen, heisst
seinen Standpunct verkennen, nach welchem vielmehr jede Emen-
dation, die er in den Text aufgenominen hätte, als eine Inconsequenz
gerügt werden dürfte. Guessard sollte um so weniger von „le^ons
fautives“ reden, als seine Emendationen das Schicksal aller Conjee-
turen theilen; unter vieleu trefflichen findet sich hie und da auch
eine überflüssige. So z. B. gleich die erste:
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[ 306 ]
33
Romv. 44, 17 en ceete punto de lui auron losere e de li rois
pepin buemestqe uusage . Guess. bemerkt dazu: „Lisei: de lui auron
lasciS (lasciato, laisse)“. Der Infinitiv lasere (mit auslautendem e
nach italienischer Art, wenn nicht laser e , wo dann der Schreiber
aus Unachtsamkeit die Conjunction wiederholt hätte), ist aber voll-
kommen richtig: auron loser entspricht dem Futurum laiserons
nach jener umschreibenden Methode, deren oben (zu IV, b Romv.
18, 1) Erwähnung geschehen ist *). Eben so wenig berechtigt ist zu
48, 4 giarcilge die Bemerkung: „Lisez civalce denn die Hs. liest
in der That giarcilge und schon Keller hatte in einer Anmerkung
ciualce vorgeschlagen.
Ich werde daher die Bemerkungen Guessard's, in so weit sie
Emendationen sind, nicht berücksichtigen und dem Zwecke vorlie-
gender Arbeit gemäss, sowohl bei Keil, als bei Guess. selbst, nur
die Abweichungen von der Hs. nebst den Unrichtigkeiten in der
Trennung oder Vereinigung der Buchstaben zu einzelnen Wörtern
namhaft machen.
Romv. 42, 18 Gran colpo fer de son elmo en son . Nicht anders
G. Uhd doch hat die Hs. deson son elme ; nur ist das n von deson
untertüpfelt und darauf steht ein r. Dies ist auch gewiss das Richtige,
sowohl in Bezug auf den Sinn als auf das Metrum : desor son elmo
en son .
42, 3 v. u. cun son oste . H soa.
43, 5 ftue la grant oste e Io vi li davant. Nicht zu trennen:
quela , elo „er sah jenes grosse Heer“.
7 Del ui Symbaldo 2 ) si li dist. H Oel d. h. o el = ou il vit ;
die gewöhnliche Formel, um eine Rede einzuleiten.
Zu Z. 8 ist zu bemerken, dass das Wort soldo , welches den
Reim stört, gestrichen ist, und daneben mit sehr kleiner jüngerer
Schrift or e argant geschrieben steht.
13 esine fe gründe goia . — e si ne.
*) Möge hier noch das Beispiel aus der Pass. Chr. ed. Diez 95, t angemerkt werden.
2 ) Ist Symbaldo oder Synibaldo zu lesen? Die Schriftzüge lassen im Zweifel; dem
Metrum wurde an vielen Stellen — so auch in der vorliegenden — die zweite Form
Zusagen. In der Wiener Hs. des Beuves (3429, Papier, 15. Jabrh.) welche eine
Redaction des Gedichtes in zehnsylbigen Versen enthalt, findet man immer
die mit derselben ziemlich genau übereinstimmende Hs. der vatic. Bibi. Chr. 1632
bietet (nach Romv. 410) Seinber. Die Vz. Hs. Nr. 14 hat endlich Soibaut, die Ileali
di Francia Sinibuldo.
(Mussalia.) 3
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34
[ 307 ]
44, 1 6 ecomo e loit . — e como el oit.
43, 20 Aquilon de bauiei'e. Die Hs., wie immer so auch hier,
baiuere.
46, 18 si oldroi8 — H oldires.
20 Coment alle false ferme. HG cille f. ferne.
48, 23 Comende la dame. H comente.
49, 22 etous . H e toris (= Teris ).
30, 6 symbalto. H symbaldo .
13 Coment botio dona a lense li primer colpo. H terise
(= Teris).
18 dodo temagnage. H demagage . Dass der w-Strich etwas mehr
nach links gerückt ist, berechtigt wohl nicht gna statt gan zu lesen;
man hat demtnich de Magange.
23 larmaire. H larmaure = V at'meiire.
31, 21 91 alies. HG Oi aues.
32, 12 fnlrent In 1er mur. HG E nirent; H in lo; G in le.
13 li auoit a ln tabra derasue) e prlse son eonseil . H cabra
mit ausgelassenem w-Zeichen = chambre; prist.
20 de lo die. H qelo = q’elo »dass er“. *
23 li altri qe a listor furent pois. H pris „die gefangen
wurden“.
23 lienlant karleto. H lien || Fant — li enfant.
33, 2 e si l e fi uestu. HG e si le fi uestir.
3 Karleto soa snr. HG son fiu.
9 la fin de botio. HG lafar — V dfar.
34, 1 1 por li barom alf e §ule$i?al a morir. H cuf e fu le giual .
Vgl. Z. 7.
14 douente concir. HG donente d'oncir.
53, 13 botio otoI. HG oldi.
36, 9 filz estoit 11s olday — li solday.
15 morti e scnnfin — HG e scunfiti .
22 tous. Hfr bouo .
27 * loit — *7 oit.
‘) Da in den Rubriken die Zeichen für u und n beinahe indifferent gebraucht werden
und Kl. selbst an vielen Stellen nur den Sinn entscheiden liess, so hatte auch hier
dcrasnc gedruckt werden müssen. Eben so i>3, 22 le filz li roh le Cooota — couola
„wünschte das Pferd“; 66, 14 or dcuent — ordencnt (schon bei G.); 67, 23 sausouto
— nansonfejto.
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57, 5 ftUlee le. H auiec.
14 de lei geto. Da lo als Nomin. nicht vorkommt so ist diese
Trennungsweise unzulässig. Also entweder qclol oder q'elo-l „dass
es sie (das Pferd die Schlange)“.
17 Qe uer de le mie farent guarant. H ime d. h. i me. »sie
(Gott und die Heiligen) schützten mich“.
20 laseren de bouo daste gorno en duant. H lasaren . Man
trenne da sie.
21 A sä duro • Zusammen asa (= ascz).
23 dame berte . H dama.
25 ff. Ol du ist zu verbinden in oldu; senu HG serui ; esten
H esie, G e si est.
58 1 An apreso de grande traixon . H E in.
8 a treuer nen poron. In einem Worte: cUrouer.
20 questa cangon neue de trigarie — non e.
28 bertela non oblio pns mie. H pais , hier die gewöhnliche
Form für pas.
29 Ceuese Karleto la tenoit. — con eso. Eben so 60, 7.
59 Nach Vers 4 fehlt eine Zeile:
Por graut auoir e por grant manentie.
13 molto fait a salter. In einem Worte asalter=exhausser.
16 qui de Magange non estoit si lamer. H lainer.
18 Sen veoit Aquilon go qe poroit encontrer. H Ben.
60, 19 Taut ante faire par me engantamant. H cuito.
20 Mon per e berte anbes comunelmant . Die Hs. hat deutlich
anbes.
22 Quant eil eent parier cosi linfant . H oent.
24 Nen fu de lor ni petits ni grant. H petito.
28 Landris antolt la nouclle. Guessard's cuntoit ist eine Emen-
dation; die Hs. hat cuitoit 9 und cuitare kommt in altitalienischen
Mundarten vor. Vgl. z. B. Bonvesin, fra Jacomino bei Ozanam u. s. w.
61, 26 li dient qe le stoit un bricon. Le als Nominativ geht
wohl nicht an; daher qel estoit d. h. qel estoit.
28 llo fara oel uoia o non — 1 lo; o el.
30 eontrana son dud. HG contrario son dito .
Daher auch Gl, 1 nicht E lo le dist sondern ein, und Gl, 27 nicht ro (je lo dtet,
sondern qelo — q’elo.
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36
[ 309 ]
32 £ lo li par le cum homes fersonei. Guessard, welcher diesen
Vers ebenfalls abdruckte, hat richtig elo und parle. Wenn er aber
ebenfalls forsonez druckt, so spricht dagegen die Hs. und der be-
ständige Gebrauch derselben , die Reime dem Auge als vollkommen
gleich darzustellen.
62, 2 li altri ses par lenti. In einem Worte, denn offenbar ist
damit parenti (parienti?) gemeint.
3 oncirent li rois pepin e berte aoenen. Doch wohl a uene n
Eben so Z. 7 und 9.
13 gala fue li rois. In einem Worte; wir haben hier nämlich
eine Verstümmlung von Gulafre , dem Beschützer Karl's.
63, 22 Karleto ensile saragoge. Abzutheilen in ensi (exivit)
le, verschrieben für de.
65, 17 en noit lui auiot. — c nnoit d. h. noit mit geschärftem
n . Ne steht für en auf ital. Weise. Die Hs. hat dann auit und
zwischen i und t steht über der Zeile ein l. Es ist demnach a uilt
(= vilj zu lesen „er schätzt ihn gering“.
23 pain furent son fin. H sonfiti , verschrieben für sconfiti , w ie
von Gues. schon richtig bemerkt.
66, 22 Capostoille si pariler sa ient, H fi. Eben so 75, 20.
23 Weder KI’s. gaiteval noch Gsd’s. cardenal ist aus der Hs.
zu entnehmen. Diese hat vielmehr gardeual, verschrieben für gardenal.
68, 14 K. fi so anoier milon e berte — Man vereinige soanoier ,
verschrieben für sbanoier.
21 Coment na se Ro. — nase.
70, 1 Coment Karoer imenis la ient , H ui uenir.
10 Kaioer . H Karoer .
25 Milon parolo. H parole.
71, 9 Coment prenta (verschrieben für presentu) a Kate li
som fii H Karo für Karlo .
21 Coment fu sagie marmore. H sagre „geheiligt“ durch die
Bekehrung und Taufe der Einwohner.
27 Coment ko. presenta li darois u.k. H Ro. d. h. Rolland.
73, 1 Coment li danois ueri oit braer. Wenn auch die Gestalt
der Buchstaben in der Hs. diese Lesart keineswegs aussehliesst, so
lässt sich aus derselben auch das weit richtigere ueu entnehmen.
Vgl. den ersten Vers der Tirade: Qu and li danois oit neu braer.
12 Coment li nun fu dures. H oures „wie der Zwerg handelte“.
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18 Coment li rois seltne. Jedenfalls in zwei Wörtern, und da,
wie schon zum Theile bemerkt, sowohl n und u als s und /‘nur durch
den Sinn unterschieden werden, so hätte der Hg. wie an anderen
Stellen so auch hier dem Sinne folgen können: fo leue
74, 17 demande coge a sa dama. H da.
18 la raina estoit ln non garte — inn Ongarie.
78, 23 danois seferi con eortanont H foriamont und zwischen
/*und o übergeschrieben ein l; also floriamo?it.
Die letzten 13 Verse sind auch von Guessard abgedruckt
werden.
77, 4 Ne le iroua pglio ne 8iglaton . G se . Die Hs. bat aber
le , das hier immer statt Franz, y gebraucht wird.
10 tot quel colse qe perten a prodon . So die Hs. G hat qe portcra
prodom . Wenn dies eine Emendation sein soll, so kann man sie als
unnöthig bezeichnen.
14 Da qui auanti seona la cangon. G s’en ora la cancon . Ich
verstehe weder das eine noch das andere. Die Hs. hat se?ioua, was
ebenfalls nicht ganz deutlich ist. Vielleicht ist sc = venez. xe (est)%
„hier fängt ein neues Lied an“. Der Compilator mag die Absicht
gehabt haben, den vielen Erzählungen, aus welchen sein Gedicht
besteht, noch eine hinzuzufügen , später aber diesen Gedanken auf-
gegeben haben.
Es bleiben noch die wenigen von Guessard allein mitgetheilten
Verse übrig.
S. 398, v. 8 se uncha mais e nen oldo parier . H uen 9 und der
Sinn lässt keine andere Lesart zu. Landry spricht zu seinem Bruder,
und bedient sich dabei, wie gewöhnlich, der zweiten Person bald
des Singulars, bald des Plurals.
12 gimlers ist allerdings der strengen Grammatik gemäss:
Haudschriften von der Beschaffenheit der vorliegenden kümmern
sich aber um grammatische Feinheiten sehr wenig. Sie streben nach
anderen Vorzügen; so z. B. dass alle Versenausgänge sich vollkom-
men decken, und daher sollte hier givaler (\ager, muler , coroner ,
ger) nicht angetastet werden.
*) Eben so hatte 75, 11 statt des nichts bedeutenden sasurrent das richtige saiucrcnt
gesetzt werden können« da der Hg. an anderen Stellen dem Sinne nach / als s und
s als / aufTassle.
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38
[311]
19 nensoit pas(\{ pais) Lanfroi go qel doit encontrer. Encon-
trer fordert in dieser Bedeutung die Sache als Subject und die Person
als Object; die Hs. hat in der That go qe le (auszusprechen qel’)
doit enc.
*) 30 ad ascolter ist emendirt aus dem handschriftlichen
scolter .
399, 6 Falcon esparaverl. Zn trennen in e spar . Anlaut mit
eombinirtem 8 findet sich in diesen Hss. ungemein häufig; die Con-
junction aber scheint nöthig.
11 fasoit orer lisant. Jedenfalls li sant »er liess die Heiligen
anbeten“.
14 Ben de eser dolant. H do „ich muss“.
17 Diät Danabrin , on no vali niant:.
„Envoiez ä lui etc.
Der Hg. scheint die Worte un no uali niant als ein oppositionelles
Adjectiy zu Danabrin zu halten: „ein Taugenichts“. Die Hs. hat aber
uu 9 und schon mit diesem Worte fängt die Anrede an: vu no vali
niant „ihr tauget nichts“.
406, 4 le masimo conte si T apela lajan. Es ist schwer zu
begreifen , wie Guessard , welcher doch die ganze Episode, deren
Inhalt er mittheilt, gelesen haben muss, nicht an den mehrere Male
wiederkehrenden Namen bemerkt habe, dass die Hs. ohne irgend
einen Zweifel zuzulassen nicht cunte 9 sondern gude (Judaeus) liest.
Vgl. fol. 67 b , y. 9:
Qui uestre nome primeran uos leue
E crego ben qe deist verite
Ben dist uoir eil qe uu estes gue
Fel renoies in mal ora fusi ne.
Ebenso 68 e morto fo li masimo gue ( :sagrej . 1 )
*) Zu v. 27 Karleto fil leva emperer bemerkt Guessard, dass hier gewiss st# leva za
lesen ist. Ich würde dagegen nicht gezögert haben, schon aus der Hs. fu zu lesen,
denn das, was beim ersten Anblicke als l erscheinen kann, ist offenbar nichts als der
zweite Stricli von u , etwas in die Länge gezogen; fu leva = leve passt aber besser
als sis leva ■=. si se leve.
8 ) Der letzte Abschnitt dieser Handschrift , welcher die Geschichte des Huudes von
Aubri (die Königinn Sibille) enthält, wird ebenfalls von mir in kurzer Zeit ver-
öffentlicht werden.
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39
[ 312 ]
XIV.
BEUVES DE HANTONNE. In drei Abtheilungen. Keller druckte die
Eingangs- und Schlussverse jeder derselben; im Ganzen 273 Verse.
78, 5 Plus auoit de Chevalier vij vairs . H Oluj = 0 lui .
17 De fin argent trosseit v. c. soirriers. Es ist ganz deutlich
somiers zu lesen.
23 Mut li a fie kil fera son plaisir. — afie.
29 A vo8 mendai. H meclai d. h. menclain — m'en clain 9 statt
Claim .
79, 18 Grans est la noise ensiielle la loie . — en siuclle (= Se-
yille). Vgl. 80, 3 parmi siuelle.
21 Li fr am dm boenes. H boeues .
26 Et le destriec a le seile doreie. H destrier .
80, 9 Ot en prison en se graut cor quaree . H tor.
10 la desaus en lentree . H desous.
14 de tote la contree. H sa .
13 en la sale pauee . H le . Vgl. V. 26 wo auch der Druck le
liest. Eben so 79, 26 le seile.
20 mult suj enfree. H enfreee .
32 la teste armee . Aueh hier hat die Hs. die Form le.
34 Quatre en?er sa dune lance. — enversa.
8i, 21 li quem guis ou il not kensengnier. H not = not.
24 Salus vus mande baroine a vis fier . H la roine.
82, 3 A .j. garchon mal bien laidengier. H moi = m oi „ich hörte
mich 44 .
28 Dusca le dame ne se vaurent cargier. H targier.
83, 12 essoiue. Vielleicht nur Druckfehler für essoine .
18 Bertram sencontre. Ist ganz deutlich sentoime zu lesen.
23 Soibaut i erneue. H trueue.
25 Del duc boeuon li grent a demandeir. H prent. Druckfehler.
28 En nule terre la tu je sace aler . — H ou.
84, 3 iureur. Vielleicht nur Druckfehler für iureir .
4 fors dou pais valeir . H raleir.
9 Ne sai au saut. H ou sont.
12 Ses poing de cordre et ses cheviaz cirer. H detordre und
tirer.
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40
[3i3]
23 Awekes eho ans varra salb, aleir. H cheaus (= aux), und
Soib[aut], die Form in welcher diese Hs. den Namen des Beschützers
Beuve's beständig bietet. Auch 85, 10 findet sich Saib . während die
Hs. 8oib. hat.
30 cis barons quil at fais asenbler. H ot.
34 bertrans ki cant fist aloeir. H tant. Auch ist natürlich a loeir
zu trennen.
85, 1 La messe ot fait . . . chanter. H oU also o?it
10 Desous Aufrike ariere raute oeir. H rameneir.
23 france me duce resion. H region .
28 Die durch Puncte angedeuteten Worte lauten grant esone.
86, 2 Giuan mon fiL — ui ist als tu, und wie an vielen anderen
Stellen, a statt o gelesen werden 1 ); die Hs. hat aber deutlich
Guion.
ANHANG.
Ich benütze gern diese Gelegenheit um zur weiteren Kunde der
altfranzösischen Handschriften der Marcusbibliothek einen kleinen
Beitrag zu liefern:
I.
P. Lacroix sagt, dass nicht blos Nr. 11 und 12, sondern auch
Nr. 23 des Supplementes proven^alische Gedichte enthalten. Auch
Keller verzeichnet: „Suppl. 12. Provenzaliscbe Gedichte“. Indessen;
enthält blos Nr. 11 die bekannte Sammlung; Nr. 12 ist historischen
Inhalts, und in 23 findet sich ein altfranzösisches allegoriseh-didac-
tisches Gedicht. Über letztere Handschrift will ich nun einiges
berichten. Sie ist in fol., auf Pergament, und gehört dem 15. Jahr-
*) Das o ist nämlich in dieser Hs. mit einem Häckchen versehen, das ihm beim ersten
Anblicke das Anssehen eines agibf; da alter a wieder eine ziemlich verschiedene
ihm eigenthiimliche Gestalt hat, so sind die zwei Buchstaben eigentlich gar nicht zu
verwechseln.
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hunderte an. Anfang und Ende fehlen; das erste Blatt trägt die
Zahl 37; mit 201 b bricht die Hs. ab. Auf jede Seite gehen 44 Zeilen.
II n’eüst ja la chasse empris 37*
En son bois, dont ii fu souspris,
Combien que chelle male estrine
Li venist contre sa doctrine.
Encore de che
5 Lä troeuvon le lit perilleux,
Le lit divers et merveilleux,
Oii si perilleuse couche ha
C’onques Lancelot ne coucha
En lit si perilleus d’asses;
10 Ch* est li lis, se tu ne le sees,
Oü ses las tent dana Vulcanus,
Qui sont si tres soubtil que nulz
Ne les poet velr ne comprendre ;
Si les y met pour chiaulz sousprendre
15 Qui poursicvent Venus sa fame
Pour aulz faire honte e diffame:
Mais Mars li [fort] dieu des bateilles,
Qui mult est hardis a merveilles,
Ne s’en pot onques si garder,
20 Tant y sceüst pres regarder,
Qu’il n’i fust pris et retenus
Avecques s’amie Venus
A grant vergogne et ä grant honte.
Mais Venus n'en fist pas grant contc
25 Ne de rien ne s'en esmari,
Car eile bet tant son mari
Pour sa faiche laide et obscure
Qu’elle n’a de son delit eure;
Elle a plus eher son amy Mars,
30 Elle n’ en prendroit pas mil mars;
Car Mars est jones et gentiex,
Et s’est liardi et ententicx
De li servir a sa plaisanche,
Et chilz est de rüde ordenanche
35 Et vieux et vilains et couars;
Elle volroit qu’il fust ore ars.
Encore de che
II y a layens aussi fontaines,
Qui sont toutes de venin planies
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Et de peril couvertement,
40 Et toutefois, au jugement
De la langue et de la veüe,
Tu diroies c'onques veüe
Ne fu fontaine plus plaisans.
Plus douche ne plus aaisans
45 Que les fontaines de layens; 37 b
Mais k bries mos ch’est tout Doyens,
Che n’est que toute illusion,
Qui bien scet la conclusion,
Conment ches fontaines decboivent
50 Cbiaulz qui oultre mesure en boivent
Et conment elles le conchient
Et les afollent et ochient;
Tant sont de perilleus afaire.
Or enten qu’elles scevent faire;
55 Car je t*en voeil un petit lire.
L’une fait cheli qui s'y mire
Amer son umbre et sa figure,
Si qu’amours tout le desfigure
Et k le fois le met a mort
60 Pour che que l’amour qui le mort
Ne poet trouver fruit ne pourfit,
Ensement que Narchisus fit.
L’autre fait le homme en son venir
Farne ä moitie devenir,
65 Et du tout fame le feroit,
Se longuement y demouroit ....
Mainte fontaine aultre ha diverse
U tergier oü amors converse
De molt perilleus convenant,
70 Dont je me tairay maintenant.
Encore de che
Li arbre de chelle closture
Resont aussy de tel nature,
Ainsi com chertainement truys,
Qu’il ne portent onques nulz fruys
75 (Au mains le plus comunement)
Ne chose qui aucunement
Puist a la parfin pourfiter,
Se n’est espoir ä deliter
La veüe tant seulement;
80 Et s’en y a molt ensement
Que combien qu’il soient tout vert
De foeilles et de flours couvert
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[316]
43
Et qu’il puissent bien resjoir 38*
De premiere faiche k vei'r,
85 Toutes foys il sont plain9 dedeps
De couloevres et de» serpens *),
Dont chils tost decheüs seroit
Qui Irop pres s*y endormiroit;
Sans faille il y en a de telz
90 Qui portent bien, ch’cst veritez,
Pommes qui sont par dehors helles ;
Mais elles sont par dedens teile».
Des lors que’on y voelt garde prendre
Que on n’y troeve que poudre et cendre 2 )
95 Et chose inutile et puant
Et abhominable au veant.
Li aultre ont un fruit si estrange
Qu’il se mue souvent et change
En natures toutes contraires;
100 11 ne demeure en un point gaires :
Car il portent unes pometes
Qui sont en une heure douchcttes
Et blanches comme fins yvoires
Et puis sont ameres et noires
105 Aussi comme soubdaincraent;
Et s’est bien telz fois ensement
Qu’elles reprendent lor blanchour
Et lor premeraine douchour;
Toute fois par droite coustume
110 La fin est toudis d’amertume.
Ainssy, se la lettre ne ment,
Se mua anciennement
Par maniere asses mcrveilleuse
Uns moriers par la mort piteuse
115 De Pyramus et de Tysbe,
Quant il furent si destourbe
Pour la grant paour du lion.
Qu’il en prirent occasion
D’aulz ochirre ä lors propres mains;
120 Passer ne s’en vaulrent a mains:
Car chilz moriers qui mores franches
Soloit porter douches et blanches
Les aporta depuis tous tans
Noires et sures as goustans.
i) Am Rande : hoc dicitur ad liltcram de salicibus.
9) Am Rande: tales arborcs habundarc dicuntur super ripas maris mortui in loco ubi
Sodoma et alic civitates if/nc et sulphure dcstructe fuerunt.
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44
[317]
125 Quoy plus? 11 y ha grant plente
D’arbres qui sont layens plante,
Qui sont de condieion tele 38**
Que lor umbre est nays mortele; *)
Tel sont li arbres ä brief parier
130 Du vergiers oü tu voels aler.
Encore de che en monstrant aucuns examplea des mauls qui sont
avenu et poeent avenir u vergier d amour.
Chi conclud Dyane son entencion en comparant sa forest
au vergier d amour .
Comment il respondi ä Dyane .
Es folgt ein Gespräch zwischen Diana und dem Dichter, welcher,
der Ermuthigungen und Versprechen der Göttinn Venus eingedenk,
den Garten der Liebe doch betreten möchte, bis endlich
A tant s*est Dyane partie, 44*
N’onques puis ä moy ne parla;
Mais isnelement s'en ala,
Ains se bouta sans faire arrest
5 U plus espes de la forest.
Comcnt il se remist au chemin comme devant pour aler au
vergier de deduit.
E chi parle Vauteur du vergier de deduit en le recommendant
et pour Voccasion de che parle il dou roumant de la rose e le
recommende .
Nach einer Lobrede, welche der Dichter beiden Verfassern des
Romans der Rose spendet, beginnt er zu erzählen
. . les merveilles que g*y vi 45 b
Qui tout proprement s’acordoient,
Si qu'en riens ne se descordoient
A che que chilz songes propose
5 Qui est u romant de la rose
Beschreibung des Gartens, und der schönen Dinge, welche er
darin gesehen. Unter anderen den Gott der Liebe sammt Gefolge,
den Rosengarten und die Rosen et le Heu ou Jalousie fit Bel Acoeil
emprisonner et la fontaine Narchisus.
Comant il trouva Deduit quigieuoit ad esclies ä une damoysele.
Comment . . .li diex d' amour s vault qu'il gieuast aprtfs contre
la damoiscle.
1 ) Am Räude; hoc dicitur de taxo et de ahiete (?) etc.
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[318]
43
Es folgt eine sehr ausführliche Beschreibung des Schachbrettes
mit zahlreichen Allegorien; endlich siegt das Mädchen. Gespräch
zwischen dem Liebesgott und dem Dichter, am Ende dessen ersterer
abzieht, und letzterer nachsinnend zurück bleibt.
Commcnt li diex d' am our 8 le vint reconf orter.
Neues Gespräch, in welchem der Liebesgott die Gebote seiner
Mutter, der Venus, auseinandersetzt.
Le premicr commandement qui gist en foy et en bonne ima -
ginacion — Example de Deucalion — de Pymalion.
Du second commandement general qui gist en . iij . choses : en
loyaultd, en secrd et en diligence .
Comment aucuns voelent joir de lors amours par forche et
par violence . Et met un exemple de Thereus — aultre example
du fil Tarquinius .
Verschiedene Weisen Liebe zu erwerben: par richesses et
par dons — par sorcherie et par encliantement ( Medea , Circe,
Dejanira), — par fraude et par faintise.
Chi parle . . . de secrd. — Example de Jupiter .
Le dieu dfamour... parle des mesdisans — Example du corbel
( qui encusa Coronis) — de Phebus et de Asthalaphus.
De diligence — pluseurs examples de Jupiter — et des aultres
dieus.
Comment biaus langaiges et douche parole ont en amours
grant efficace .
Der Liebesgott scheidet wieder und wieder bleibt der Dichter
allein, in Gedanken vertieft, sich nach dem Mädchen sehnend,
welches ihn beim Schachspiele besiegte; da erscheint die Göttinn
Pallas, um ihn von Venus abwendig zu machen.
Pallas . . . parle de raison . . . [et] conclut que chilz nest pas
proprement hons qui ne se gouverne par raison.
Der Dichter lässt sich aber nicht leicht überreden
Lors dis je adonc: f Vaillc que vaille, 134'
Dame, je n’aeors pas sans faille
Que eheste sentonce soit voire;
Briefmeot, je ne porroie croire
3 Que la vie que Venus inaine
Soit si eontre nalure liuinaine
Ne eontre raison que vous dites,
Ains est vie de grand merites
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46
[319]
Et de grant bien, au dire voir,
10 Je ne say qui vous poet mouvoir:
Prouves au moins qu’il soit ainsy
Car il ne soufist pas aussy
Dire la chose, au mains a moy,
S*on ne dist la raison por quoy.
Comment Pallas proeuve son entencion que la i ne amoreuse
est deraisonnable .
Sie thut Dies sehr weitläufig, nicht ohne Einwendungen von
Seite des Dichters, welche jedoch immer schwächer werden. Wie
sich endlich Pallas anschickt ihm auseinanderzusetzen Comment il se
dovra damours retraire , ist er schon ganz willfährig.
'Dame, por Dieu, dites toudis 141*
Car j’ay grant plaisanche en vos dis.
Quoy que du fail apres aviengne.'
Ichy parle Pallas — des remedes damours solonc Ovide.
Sie gibt ihm im Ganzen 35 Regeln an, wovon hier als Probe
zwei folgen :
La quinte riengle.
La quinte est que nul nc s’efforche 148“
De vaincre l’amour en sa forche, ^
Car son tans pert qui s*i aplique.
A brief parier, chilz pert sa paine
5 Et trop se dechoit, qui se paine
D’oster s’ymaginacion
D’amour par incantacion.
Sans faille ehest art, tant en sai ge,
Soloit estre en muH grant asaige
10 Et mainte merveille en faisoient
Li anchicns qui en usoient,
Ainsi que Ovides le tesmongne, 148 h
Qui nient mains en ccste besongne
Ne voelt point de ehest art user.
15 Ovides n’y deigne muser,
Car ch'est male art et dechevable :
11 voelt baillier art raisonnable,
Telle que Apollo li desclaire.
'Je ne vocil pas’ di t il 'hors traire
20 Les ombres de lors sepultures
Pour savoir les choses obscures,
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[320]
47
Ne je ne voeil pas ensement
Les ablais *) par enchantement
De charop en autre transporter,
25 Ne je ne revoeil pas oster
A Phebus aussy sa lumiere
N’arrester Tybre la riviere ;
Je voeil que li Tybres s’en voit
En la maniere qu’il soloit
30 Toudis vers la mer droite voye;
Je ne quier ja qu'il s’en desvoye.
Je voeil ainsi qu’il soloit estre
Que la lune et li cors celestre
Faichent tout continuelment
35 Lors cours tres ordeneement
Et selonc lour acoustumanche;
Ja n’y metrai desordenanche,
Ainsi qu’omcs magicien
Faisoient u tans ancien,
40 Et toutesfois il ne savoient
De Pamour qu’en lors coers avoient
Trouver remedo ne confort
Par enchantement ne par sort.’
Briefment, Ovides tien pour ferme
45 C’on ne poet (et je le conferme)
Vaincre amours par enchantement
Par soufre vif ny autrement.
Example de Medee et de Cyrcett.
La sisime riengle.
L’aultre riengle et l’aultre cautele 149 k
Pour soy garir d’amours est tele
(Je a ) te lo bien que tu le gardes):
Ch’est que tu penses et regardes
5 S’il y a chose vicieuse
Mal seans ne mal gracieuse
Ne chose qui soit & blamer
En chelle que tu seulz amer,
Et que tu ayes si ches choses
10 Tous tans en ta memoire encloses
Qu’il t’en souviegne toutes heures,
Quoy que tu faiches ou labeures,
Et que tu mettes au derriere
Le bien de li en tel maniere
i) Diese durch das Metrum gewährte Form ist nicht ohne Interesse, da sie die Deutung
von ble it. biada aus ablata unterstützt.
3 ) Hs. Et ie te.
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48
[3*1]
15 Que jamais il ne te souviengne 150*
De chose que bien li aviengne,
Fors de ses vice« seulement;
Et ayes *) toudis cnseinent
Devant les yeulz de ton curaige
20 S’elle t’a fait aucun daroaige,
Comme de tes deniers despendro
Ou d’engagier ta terre ou vendre,
S’elle t’a fait aucun faus tour
Dont tu ayes au coer tristour,
25 S’elle t’a fait paine et anuys
Soufrir, soit de jours ou de nuys,
Ou s'elle ha nouvel amy fait.
Ou aucun aultre vilain fait,
A ches choses que je te conte,
30 Qui te ramentoivent sa honte,
Dois tu ta pensee tourner,
Car s’ainsy te voelz atourner
Tu le hairas iegierement;
Et suppose meesmememt *
35 Que t’amie soit belle et fresche
Et qu’il n’ait en li nule tesche
Teie que chy devant deismes,
Si dois tu faindre en toy meismes
Qu’elle soit et laide et viiaine
40 Sans faille, se ch’ estoit Heiaine
Ou la ineillor c*on sceüst prendre,
Si porroit on pour li reprendre
Et accuser de mesproison
Bien trouver aucune acoison.
45 Li eommuns proverbes le proeuve
‘Acoison qui son chat bat troeuve’.
Briefment, saiches qu’ il n’est personne,
Tant soit honnourable ne bonne
Ne de gracieuse maniere
50 Qui ne soit ä blamer legiere,
Qui mettre y volroit son engien,
Car li malz est voisins au bien.
Doch Pallas will nicht blos zerstören, sie weiss auch etwas
Neues aufzurichten.
Pallas li monstre ...en quelz choses il se poet mielz employer
quen la vie d'amours et li fait premierement mencion des trois
vies (voluptueuse, active, contemplativej.
*) Hs. Et sc ayes.
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[ 331 ]
49
Es folgen lange Betrachtungen über das Glück, mit grosser
Umständlichkeit werden alle Dinge aufgezählt, in welchen dasselbe
nickt liegt, um endlich zum Schlüsse zu gelangen:
Comment feliciti s finablement est principaulment en bien
ouvrer selonc vertu.
Am heilvollsten ist jedoch das beschauliche Leben. Die dazu
nöthige Weisheit zu erlangen, soll er nach Paris ziehen.
Ch'est une eite honnourable, 190*
Si excellente et si notable
Et de si grant auctorite
Qu’en toiite Europe n’a eite
5 Si soufissant ne si parfaite.
Zwei Blätter sind mit dem Lobe der Stadt gefüllt. Dann kommt
die Reihe an den König und an das Volk Frankreichs.
Saas faille ä ce trop bien »’aeorde 192*
Aussi le poeple da pals;
Car je cuit que tu ne veis
Onques poeple si souffissant,
5 Si bon ne si obefssant
Ne qui fust par cspecial
A son droit seignour si loyal;
Et si le voit on ensement
Paisible en soy nalurelment,
10 Doulz et courtois et amiable.
Yechy pats sor tous loable,
Vechy terre tre9 eüreuse,
Yechy eite tres glorieuse,
Oü il a aussi poeple et roy 192 fc
15 De si tres raisonnable arroy.
Que voels tu plus que je t’expose?
Ch’est la flour dou raonde et la rose
Ch’est li basmes de vertu forte u. s. w.
Dies Alles verdankt Paris — dem Mercurius, denn dieser ha
grand significacion nur la ciii de Paris .
Chy parle Pallas de tuniversiti .
Chy r enduit Pallas ä vivre au mains de la vie active , u cas
quil ne volroit vaquier ä contemplative.
Zu diesem Zwecke will sie die Verpflichtungen der verschie-
denen Stände aufzählen. Sie fängt mit den Fürsten an. Mitten im
(Mussafia.) 3
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so
[te*l
Abschnitte, welcher die Überschrift trägt — Comment Utrpueece et
jnetiee et preesehe font etmer les princes principattoewi — bricht
die Hs. ab und zwar lauten die letzten Verse folgendermassen:
La dois tu metre coer et ame,
Voire ton eors propre exposer
S’aucuos s’i voloit opposer,
Hardiement et volontiers
5 U cas quil en seroit mestiers ....
II.
Es gereicht mir zu einiger Freude über zwei neue bisher unbe-
kannte Fragmente der Aye d Avignon berichten zu körnten, welche
ihres Verhältnisses wegen zum Brüsseler Fragment ein um so
grösseres Interesse bieten. Das Gedicht wurde neulich (Paris 1861)
als sechster Band der „aneiens peetes“ durch Guessard und Meyer
herausgegeben; in der Vorrede (S. XXV — XXVI) findet man Nach-
richten über das Fragment, welches sich am Deckel der Hs. 14637
der Brüssler Bibliothek befindet und zuerst von Reiffenberg (1841),
dann von Jubinal (1846), und eum dritten Male von den Herausgebern
des Gedichtes abgedruckt wurde. Letztere machten auch die voll-
kommen richtige Bemerkung, dass Sprache und Orthographie lebhaft
an die venetiänischen Handschriften erinnert. In einer lateinischen
Papier-Handschrift der Marcusbibliothek (Class. XI, Cod. CXXIX)
finden sich nun zwei Vorstichblätter von Pergament, welche
Bruchstücke eines altfranzösischen Gedichtes enthalten, und zwar,
wie schon die erste Lectüre zeigte, der Aye d'Avignon. Die Sprache
ergab sich als vollkommen mit der des Brüssler Fragmentes über-
einstimmend: dazu kam der äussere Umstand, dass in beiden Frag-
menten achtundzwanzig Zeilen auf die Seite kommen. Es Hess
sich daher schon mit ziemlicher Bestimmtheit die Zusammengehörig-
keit der Fragmente annehmen; die Vertu uthung wurde jedoch zur
Gewissheit, als ich durch die Freundlichkeit des Vorstandes der
Brüssler Bibliothek das Facsimile einiger Verse und der Anfangs-
buchstaben der übrigen erhielt, und dasselbe mit dem Facsimile der
Venetianer Fragmente vergleichen konnte, welches mein verehrter
Freund G. Valentinelli anfertigen zu lassen die Güte hatte. Wenn
auch nun die zwei Fragmente ziemlich geuau mit den betreffenden
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Versen in der Pariser Hs. überetnstisunea, so [halte jcfa es nicht für
überflüssig, dieselben hier mhu Abdrucke au bringen ')>
A.
(Vgl. Aye d'Avignsn, v. 1452 — 1513.)
De dolor s’est pasmee desor lo lit a ta*i; 1*
Quant li rois l’apercoit, grant roerveille l’inprant;
En lor romani parole, si lor dit hautemant:
'Baron, don estes vos, ne mel celei noiant.*
5 Berrangiers le respont: *De France la vaillant
A la cort f arlemaine avon fet tel mahant
N'en iert mes acordance a tot nostre vivant.'
Dit Guenors: 'Beaus amis, vos dites san d’e[h]fant,
Qu’il nen a en ces siegle home tant soit vaillant.'
10 'Sire, servirons vos se vos vient a talant,
Encontre tote jant vos serons desferidant
Autrui terre confundre e metre a fou ardant!*
E dit li rois Guenors: 'Grant merci vos an vant
Qui pa estes torne, grant merci vos an rant
15 E ne por rant me dites un poi de voz sanblant:
Cui est si belle dame a la chiere riant?
Se bon li est ne bei, k fin or la me uant;
A moiller la prendrai s’sle le me coasant*.
E respont Berrengiers: 'Nos n'en farons noiant.
20 N’est pas costume en France antre la nostre jant
Que nul venda sa ferne por nulle rien vivant. *
'Par Mabomet mon deu’ ce dit li rois Guenort
'Tot tanz fu il costume a icest nostre port
Que se nuls beaus cbevaus ne ferne i arivort,
25 Veraiemant l'auroit li rois se lui plesort ;
Mes por ce le vos di, c'i fin or la vendort.*
E respont Berangiers: 'De ce n*i a il acort.’
'Amis' ce dit li rois 'don me faras tu tort?
Par Mabomet mon deu, or me tien tu k sort? l b
30 Je ne laroie mie por le tresor roi Lort
Que je ne prange ce que mes ancestres ort. ’
Berrengiers tint la spee, don li ponz flanbiort,
Parmi le cef amont an vout ferir Guenort,
Un Paien en ferri qui delez lui estort,
35 Amon sor les espalles que la teste anvalort (?)
E Amaugins li bruns alla ferir Margort,
i) Leider nicht nach eigener Abschrift, sondern blos nach dem nachgcmulteu Facsi^nile«
3*
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52
[323]
Dous de tot le plus riches lor i ont gite mort.
Guenors le roi s*an fuit, graut pior o de mort
E li Francois ansenble se ferirent au port
40 De la eite aallirent e Turc e Barigort
E plus de .c. gallies les anchauce Guenort
De tote par la mer les acogueut (?) as bort
Com li chien lo sangler quant est venuz & mort;
0 il voillent o non, les ramenent au port.
45 Qui lors veit commant cele jant s'en aie,
II les tirent au port par molt grant aatie,
0 il voillent o non, arivent lor galie.
Qui donc oi'st comment la duchese s’escrie
E dit & aute voiz: \Aidiez sainte Marie!
50 Hai fei Berrangiers, li cors Deu te maldie!
Tu m’az gite k tort de doce coropagnie
E fors de dolje France o fu soef norie.*
E Guenorz li respont qui mojt bien Tot oie:
*Ne vos esmaies mie 1 ), belle suer douce amie;
55 Se vos me volez croire, Mahomet voz aie
Prendrai vos k moillier, car de ferne n’ai mie/
B.
(Vgl. V. 1741-1798.)
Premerans out man de Baidos e Aragon 2*
Des bors e des casteaus e ceus de Carion;
Tant manderent ensenble que .xiiij, roi son
E vindrent & Morinde oü trevent le dromon,
5 Les voilles entaillees par panz e par giron
E bien anfigurees a teste de lion;
De davant auz el celf ot .xiiij. dragon»),
Ce fu senefiance que il tant de roi son.
En la terre Guenor prenent lor garison
10 E li bers se desfant a coite d’esperon.
Aien a herbergee en une tel meison,
Ne savez quex eile est, se nos nel vos dison.
Une tor merveillose, que Aufeleme ot non;
Desor aval au port arivent maint dromon,
15 En la röche conversent li si[n]ge e li hairon,
En l’autre desertine li hors e li leon.
Se trestuit eil del monde estoient *) environ.
A ) Hs. ne uos etmaie » uot mie.
*) .xiiij. chief de dragon.
•) teil . . . a ei ent.
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[326]
53
Ne laroient de jus ne fable ne chanpon,
E que en la douce ere ne prenent li pcsson
20 E ne chaceat les cherf en Ia forest d’Ardon.
Iluec fu la duchesse trois anz (?) si en prison
N’i a vespres ne messes (?), matines ne sermon,
Ne ne set rien del siegle, ne quant les festes son.
II y ot .iij. roi'nes que bien la serviront;
23 Doucemant, par amor e par aflicion,
Si honourent la loi Tervagant e Mahon.
Elle est e proz e saize de diz e de sermon,
Que nus hom [ne] la voit c’an die si bien non;
Ma si bone foi porte Garner le 61 Doon 2*
30 Que onques vers nul home nen ot conversion.
Or le lairomes ci de! 61 Marsilion,
De Guenor l’Arabi e del fil Gainelon,
E conterons de France, del rice roi farlon
E del bon Chevalier, Garner le 61 Doon,
33 Cum il se mist engrant por Aie d’Avignon.
Ce fu k une feste del baron Sain Richer,
Que li cherf sont tan graisse que Ton les [doit] chaicer.
Garner le 61 Doon repaire de rivier;
En sa compagna estoient plus de .c. chevaler.
40 Li bers se destorna en l’onbre d’un senter,
Par desor l’erbe vert, per son cors refreder;
Une pangon fait dire de Robert le vaicer
E de la bone foi Angelort sa moillier.
Com garirent de mort lor signor Oliver.
43 Quant li dus la oT, si li mambra d’Aier;
Tot li sans li fremi, si prit a refrider
Que plus d’une grant liue alast bien un poier
Qu* il ne d[e]Tt un mot por la teste trancier.
Atant ec vos errant un pellegrin paumier,
30 E ot la barbe grant, bien la pofojit trencier,
E escrepe a son col e baston de pomer,
Li dux l’a apelle delez un oliver:
'Pellegrins, don vien tu?’ ce li a dit Garnier.
r Sire, de vers Espagne, de Sain Jaque prier,
33 E fui vandus el regne de la jant averser,
El riame k un roi qui molt fait a prisier.’
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